Chemischer Tarnmantel bewahrt Frosch vor Ameisenattacken

12. Dezember 2013, 14:03
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Forscher identifizierten hilfreiche zwei Substanzen in der Haut des Rote Wendehalsfrosches

Berlin - Der in westafrikanischen Savannen beheimatete Rote Wendehalsfrosch (Phrynomantis microps) lebt mitten unter potentiell tödlichen Ameisen, angegriffen wird er trotzdem nicht. Zu verdanken hat er dies einem chemischen "Tarnmantel" mit dem er sich gleichsam vor den giftigen Ameisen verbirgt. Forscher des Museums für Naturkunde in Berlin haben gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland und der Schweiz nun zwei dieser Substanzen in der Froschhaut identifiziert. Die Studie wurde im Journal "Plos One" publiziert.

Die Forscher vermuten, dass die Frösche diese Substanzen nicht über die Nahrung aufnehmen, sondern selbst herstellen können. So haben gerade frisch aus Kaulquappen umgewandelte Jungfrösche den chemischen Tarnmantel bereits. Dieser ermöglicht es ihnen, unter den Ameisen zu leben.

Der Rote Wendehalsfrosch lebt in Savannen, in denen es manchmal über ein halbes Jahr nicht regnet. Um nicht zu vertrocknen, verkriecht er sich in Löcher und Spalten im feuchten Erdreich, die aber meist schon von aggressiven Ameisen besetzt sind. Eine dieser Arten, die bis zu 2,5 Zentimeter große und nach Schwefel riechende Spezies Paltothyreus tarsatus, ist besonders angriffslustig. Sie hat mächtige Kiefer, einen mit einer Giftdrüse verbundenen Stachel und zählt auch Frösche zu ihrer Beute.

Die Forscher konnten zwei bisher unbekannte Peptide nachweisen, die den Wendehalsfrosch schützen. Peptide sind aus Aminosäuren zusammengesetzte Eiweißbausteine. Die im Labor nachgebauten Substanzen haben die Experten in Afrika an den Ameisen erfolgreich getestet: Termiten mit Peptiden wurden - im Gegensatz zu ungeschützten Artgenossen - von den Ameisen ignoriert oder nur mit Zeitverzögerung attackiert. (red, derstandard.at, 12.12.2013)

  • Der Rote Wendehalsfrosch bleibt von der aggressiven Ameisenspezies Paltothyreus tarsatus unbehelligt. Zu verdanken hat er diese nützliche Fähigkeit einem chemischen Tarnmantel.
    foto: rödel, mark-oliver et al. / plos one

    Der Rote Wendehalsfrosch bleibt von der aggressiven Ameisenspezies Paltothyreus tarsatus unbehelligt. Zu verdanken hat er diese nützliche Fähigkeit einem chemischen Tarnmantel.

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