Karl Fluch

13. Dezember 2013, 17:00
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Album
Chelsea Wolfe
PAIN IS BEAUTY
(Sargent House)

Wüstenwind trägt verlorene Seelen in Bretterkirchen, in denen Chelsea Wolfe ihre Geschichten notiert und in die schaurig-schönsten Lieder des Jahres überträgt. Nackenhaare auf der Streckbank, American Gothic im Schatten der kalifornischen Sonne.

Song
Foxygen
NO DESTRUCTION
(Jagjaguwar)

Foxygen karamellisieren auf diesem Meisterwerk die schönsten Lieder, die Pavement nie geschrieben haben. Alles hier ist Gold, zumindest Katzengold. Die beiden Protagonisten sind smart und kindisch. Soft- und Saftrock von erstaunlichem Biss.

Newcomer
Matthew E. White
BIG INNER Big Inner
(Domino)

Matthew E. White veröffentlicht mit dem 2013 auch in Europa erschienenen Big Inner ein ausgeschlafenes Deep-Soul-Album. Die Resultate strahlen als epischer Impressionismus, den weder Mövengeschrei noch Jesus-Mantras beschädigen.

Österreich
Sweet William v. Ghost
FOR GOD UND CHRISTOPH MAREK
(Konkord Records)

Mit gespreizter Liedkunst und prächtigsten Textwürsten über Björk im Flex beschert uns der süße-saure William van Ghost ein gottvolles Album und mit Bjoerk/Flex und Sche's the Music gleich zwei der besten Lieder dieses schrecklichen Jahres.

Wiederveröffentlichung
Roky Erickson
DON'T SLANDER ME
(Light in the Attic)

Die Tassen in Roky Ericksons Schrank dürften schon 1986 von überschaubarer Zahl gewesen sein. Damals raste der Hippie-Punk als Ein-Mann-AC/DC über texanische Highways, weg von Mutti, hin zu einem Feuer, das nie erlöschen darf. Normal ist so normal.

Helden
Ry Cooder
AT THE GREAT AMERICAN MUSIC HALL
(Nonsuch / Warner)

Wenn Ry Cooder Tex-Mex, Soul und Traditionals durch die Hörner blasen lässt, kommt oben die manchmal schönste Musik der Welt heraus. Angefacht wird dieses lodernde Feuer von der Kapitalismuskritik eines hoffnungslosen Nostalgikers. (Karl Fluch, Rondo, DER STANDARD, 13.12.2013)

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    cover: sargent house
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