Krankenkasse muss Laserbehandlung für Augen nicht bezahlen

12. Dezember 2013, 10:33
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Polizist litt an Sehschwäche, Kosten für Laserbehandlung werden ihm nicht rückerstattet - OGH: Tragen von Brillen zumutbar

Wien - Ein Polizist mit Sehschwäche (2,25 bzw. 2,75 Dioptrien) hatte jahrelang Brillen und Kontaktlinsen verwendet, bis er sich zu einer Laserbehandlung entschloss. Die Behandlung verlief erfolgreich, der Polizist muss seither keine Brille mehr tragen. Nun beantragte er von der Versicherungsanstalt der öffentlich Bediensteten 2.600 Euro an Kostenerstattung.

Die Vorinstanzen wiesen das Klagebegehren ab. Sie gingen davon aus, dass die Laserbehandlung das Maß der notwendigen Krankenbehandlung überschreite. Der Fall landete beim Obersten Gerichtshof (OGH), der die Einschätzung der Vorinstanzen teilt, wie am Donnerstag bekanntgegeben wurde. 

Brille und Kontaktlinsen kostengünstiger

Der OGH begründet seine Entscheidung folgendermaßen: Die Laserbehandlung sei medizinisch nicht unbedingt erforderlich - das Tragen von Brillen und Kontaktlinsen wäre dem Kläger aus medizinischer Sicht weiterhin möglich und zumutbar gewesen. Auch auf seinen Beruf habe das Tragen einer Brille keinerlei Auswirkungen: "Zu einer Beeinträchtigung seiner Dienstfähigkeit als Fremdenpolizist wäre es dadurch nicht gekommen." Zudem wäre die Versorgung mit Brillen oder Kontaktlinsen für die beklagte Versicherungsanstalt kostengünstiger gewesen

Weiter heißt es: "Das Interesse, einer rein subjektiv empfundenen Beeinträchtigung der Lebensqualität abzuhelfen, die sich aus dem Tragen von Brillen und Kontaktlinsen ergibt, erfüllt kein von der Krankenversicherung verfolgtes Ziel der Krankenbehandlung." (rwh, derStandard.at, 12.12.2013)

  • Das Tragen einer Brille habe den Polizisten in seiner Dienstfähigkeit nicht eingeschränkt, sagt der OGH.
    foto: dpa/malte christians

    Das Tragen einer Brille habe den Polizisten in seiner Dienstfähigkeit nicht eingeschränkt, sagt der OGH.

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