Neos' Waldlied des Lebens

11. Dezember 2013, 17:30
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Praktischerweise plagt die Staatskünstler auch keine Naturphobie: Matthias Strolz von den Neos führte sie denn auch in den Wienerwald

Trotz Fragebohrungen erfuhren Maurer, Palfrader und Scheuba von Ewald Stadler nicht, was sein Politmarktwert wäre, so ihn jemand hätte kaufen wollen. Damals, als noch Wahlkampf und er beim BZÖ war. Egal. Diese Art der spontanen Triointervention an Politschauplätzen (im Jahresrückblick) machte realsatirischen Sinn.

Praktischerweise plagt die Staatskünstler auch keine Naturphobie: Matthias Strolz von den Neos führte sie denn auch in den Wienerwald, wo er einst als "Waldmensch" verweilte, um seinem Wesenskern näherzukommen. Die Methode heiße "Vision Quest", berichtete Strolz, stamme von Indianern und bezeichne ein Ritual, bei dem man "da draußen das Lied seines Lebens" erhören soll.

Im Wienerwald erfuhr der Lebenszögling indes auch, dass selbiger ein Stadtwald ist und dass im Stadtwald "immer etwas los ist. Du bist nie alleine", hörten die Staatskünstler ihn mahnen. "Ich habe wilde Erlebnisse gehabt, als ich dort vier Nächte schlief: Es kann sein, dass du aufwachst und neben dir steht einer mit Bierdose und Rucksack, und du denkst, jetzt wirst du verspeist!" Da der Mann nun im Parlament sitzt, ist davon auszugehen, dass er nicht zur Mahlzeit wurde.

Auch die Begegnung mit dem Trio blieb ja friedlich und en­dete mit einer rührenden ­kollektiven Baumumarmung. Ganz klar: Die Staatskünstler sollten vom ORF ein "Waldformat" erhalten und mit weiteren Gästen die Seelen öffnende und Erkenntnis fördernde Kraft der Natur erfahren. Etwa mit Gewerkschaftler Fritz Neugebauer. Wie würde der Wald auf ihn reagieren? Käme es zu wundersamen Phänomenen? Würden die Bäume Gehaltserhöhungen fordern und warnstreikartig ihr Wachstum einstellen? (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 12.12.2013)

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