Chamäleon-Kämpfe: Farbwechsel verrät, wer gewinnen wird

4. Jänner 2014, 17:59
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Je heller die Kopffarben eines Chamäleon-Männchens sind, desto wahrscheinlicher geht es aus einer Konfrontation als Sieger hervor

Phoenix - Für Chamäleons ist die Farbe nicht einfach nur schmückendes Beiwerk zur ohnehin schon beeindruckenden Gesamterscheinung. Vielmehr erfüllt sie in Konfliktsituationen die Funktion einer Kriegsflagge. An ihrer Schattierung und an der Geschwindigkeit, mit der die Farbtöne wechseln, lässt abschätzen, welches von zwei rivalisierenden Chamäleon-Männchen den Kampf gewinnen wird.

Chamäleon-Männchen sind bekannt für ihr aggressives Verhalten gegenüber männlichen Konkurrenten. Bei der Annäherung schaukeln sie hin und her, zischen und rollen ihre Schwänze ein und aus. Auch wechseln sie die Farben in verschiedenen Körperregionen, doch die Bedeutung dieser Signale sei bisher weitgehend unbekannt, schreiben Russell Ligon und Kevin McGraw von der Arizona State University in Tempe in den "Biology Letters" der britischen Royal Society..

Die Wissenschafter arrangierten Zweikämpfe mit zehn Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus). Dabei zeichneten sie mit speziellen Kameras die Farbveränderungen der Tiere auf. Sie definierten 28 Körperstellen, maßen dort die Schnelligkeit der Farbwechsel und die Helligkeit der Farben und setzten beides in Beziehung zum Verhalten während des Konkurrenzkampfes. Ihre Daten werteten sie mit statistischen Methoden aus.


Video: Je heller die Seitenstreifen eines Chamäleons leuchten, desto wahrscheinlicher greift es an. Im Kampf selbst gilt: Das Tier mit dem helleren Kopf ist meist der Sieger. (Quelle: Youtube/Ligon, McGraw)

Wenn die Chamäleons ein wenig von einander entfernt waren, spielten die seitlichen Streifen auf dem Rumpf eine wichtige Rolle: Je heller die Streifen leuchteten, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass das entsprechende Tier sich in einen Kopf-zu-Kopf-Kampf mit dem Konkurrenten begeben würde. Die Streifenhelligkeit erklärte 71 Prozent der Verhaltensweisen bei der Annäherung. Eine etwas geringere Vorhersagekraft hatte die Helligkeit der Farben am Kopf.

Gewinner haben die helleren Köpfe

Beim direkten Kampf galt dagegen: Je heller die Kopffarben eines Chamäleons waren, desto wahrscheinlicher gewann es den Kampf. Zu 83 Prozent siegte das Tier mit den helleren Farben am Kopf. Die Schnelligkeit der Farbwechsel scheint ebenfalls mit der Kampfkraft verbunden zu sein, wenn auch nicht so deutlich wie die Kopffarben.

Über die Ursachen können Ligon und McGraw nur Vermutungen anstellen. So könnten die Farbhelligkeit und die Farbwechselrate mit körperlichen Prozessen wie dem Hormonhaushalt oder den Energiereserven verbunden sein. Es sei aber möglicherweise auch ein evolutionärer Vorteil, wenn ein starkes Tier schnell Kampfsignale zu einem Konkurrenten senden könne. (APA/red, derStandard.at, 4.1.2014)

  • Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) zeigen im Konflikt mit anderen Männchen Flagge: Je heller die Kopffarben während des Kampfes sind, desto wahrscheinlicher gewinnt es.
    foto: reuters/david gray

    Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) zeigen im Konflikt mit anderen Männchen Flagge: Je heller die Kopffarben während des Kampfes sind, desto wahrscheinlicher gewinnt es.

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