Neugestaltung des Wiener Schwedenplatzes vorerst abgesagt

11. Dezember 2013, 14:19
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Nach ÖVP-Demo gegen Fahrspur-Reduktion - Vassilakou-Büro: Bezirk bisher voll eingebunden

Wien - So erfolgreich war selten eine Demo: Die Wiener ÖVP hat am Mittwoch zu einer Fotoaktion auf den Schwedenplatz geladen, um vor der drohenden Beseitigung einer Fahrspur am angrenzenden Franz-Josefs-Kai zu warnen. Das Rathaus stoppte daraufhin prompt die Umgestaltung des Platzes. Die ÖVP, so befand man im Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne), sei sich nicht einig, was sie wolle.

Fix war bisher: Der Schwedenplatz, derzeit eine wenig attraktive Verkehrsfläche, soll umgestaltet werden. Im Oktober wurde ein Leitbild veröffentlicht, das als Basis für den Umbau dienen soll. Es räumt Fußgängern künftig größere Priorität ein. Das Leitbild wurde nicht nur von Planungs-Ressortchefin Maria Vassilakou (Grüne), sondern auch von City-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (ÖVP) unterzeichnet.

ÖVP "völlig widersinnig"

In einem offenen Brief an Ursula Stenzel schrieb Vassilakou unter anderem: "Mir fällt es zugegebenermaßen schwer zu glauben, geschweige denn zu verstehen, wie es möglich sein kann, gegen eine Untersuchung zu demonstrieren, die man selbst wünschte. Das sei "völlig widersinnig", sagte ein Vassilakou-Sprecher. Damit gebe es auch vorerst keine tragfähige Basis mehr für eine Zusammenarbeit.

"Der Bezirk war von Anfang an eingebunden", betonte der Sprecher. Es sei auch Bezirkswunsch gewesen, vor der Abhaltung eines Wettbewerbs eine Variantenuntersuchung vorzunehmen, in der verschiedene Dinge geprüft werden - also etwa auch die Reduktion von Fahrspuren. "Wenn Frau Stenzel sich entschieden hat, wie sie dazu steht, soll sie uns informieren", hieß es im Vassilakou-Büro. Die Planungen würden vorerst gestoppt.

Stenzel und Juraczka dagegen

Heute nahm Stenzel gemeinsam mit VP-Chef Manfred Juraczka an der Aktion teil. Letzterer befürwortet eine Umgestaltung des Platzes, jedoch "nicht zulasten der Autofahrer", wie er betonte. Sollte die Fahrbahn um eine oder sogar mehrere Spuren reduziert werden, drohe eine Mehrbelastung für die Anrainer. Die ÖVP empfahl stattdessen, den Kai zu untertunneln.

Derzeit stehen am Schwedenplatz - also in der zur Urania führenden Fahrtrichtung - vier beziehungsweise mit Abbiegespur fünf Spuren zur Verfügung. Die angedachten Überlegungen bedeuten ein Verkehrschaos am Kai, wie die ÖVP in einem Folder versicherte. Die wichtige Verkehrsader werde im Stau ersticken. Zu- und Abfahrten würden zudem blockiert werden, heißt es darin weiter.

"Die Menschen haben ein Recht auf Mobilität und darauf, sich das Verkehrsmittel auszusuchen. Machen wir die Alternativen attraktiver, statt das Autofahren zu vermiesen", forderte Juraczka in einer Aussendung. Rot-Grün zeige in diesem Zusammenhang "einmal mehr sein wahres Gesicht". (APA/red, derStandard.at, 11.12.2013)

  • Der Schwedenplatz bleibt vorerst, wie er ist.
    foto: cremer/der standard

    Der Schwedenplatz bleibt vorerst, wie er ist.

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