Auf Rogans Spuren

10. Dezember 2013, 18:21
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Auf Sascha Subarsky (17) hofft der heimische Schwimmsport, er selbst bei der Kurzbahn-EM auf ein Finale - Trainieren wird er bald in den USA, dabei würde er lieber in der Südstadt bleiben

Wien - Den riesigen Hollywood-Schriftzug in Los Angeles wird Sascha Subarsky bald öfter sehen. Markus Rogan sieht ihn täglich. Österreichs bisher erfolgreichster Schwimmer lebt nur einen Steinwurf davon entfernt. "Er wohnt schon ziemlich schön", sagt Subarsky. Der 17-jährige Wiener gilt als eine der größten Zukunftshoffnungen des österreichischen Schwimmsports. Im Herbst hat er ein paar Tage bei Rogan in den USA gewohnt. Am 26. Dezember zieht er nach Kalifornien, um in Pasadena, einem Vorort von L. A., zu trainieren. Was wie ein Karriereplan klingt, ist eigentlich eine Notlösung.

Im Sommer wurde Subarskys Trainer Walter Bär auf Druck des Österreichischen Schwimmverbandes im Leistungssportzentrum Südstadt gefeuert. Und weil Subarsky in der Südstadt nicht unter Adam Thoroczkay trainieren wollte, übt er bei Robert Kadar, seinem Vereinstrainer bei der Schwimmunion Mödling, oder auf einer Bahn mit zehn Kindern in der Südstadt. "Wäre Bär noch Trainer, würde ich nicht nach Amerika gehen." Subarskys Ex-Trainer hält den Wechsel noch vor Schulabschluss nicht für optimal. "Aber unter den gegebenen Bedingungen ist es die beste Lösung für ihn", sagt der 44-Jährige.

Potenzial

Bär traut Subarsky künftig Topplatzierungen bei Großereignissen zu. "Wenn er seinen Weg geht, steht ihm die Zukunft offen." Die Zukunft beginnt bald. Ab Donnerstag ist Subarsky einer von zwölf österreichischen Teilnehmern bei der Kurzbahn-EM im dänischen Herning. Es ist seine erste internationale Meisterschaft bei den Großen. Im Juli gewann er bei der Junioren-EM in Posen Silber über 100 Meter Delfin. Auf seiner Spezialstrecke hofft Subarsky in Herning auf einen Finaleinzug. "Dafür müsste ich mich etwa um eine halbe Sekunde steigern."

Vor vier Jahren hat sich der Wiener auf die Delfinlage spezialisiert. "Wenn man das Gefühl für die Lage hat, ist sie gar nicht so kraftraubend." Der Beinschlag und die Tauchphase sind seine Stärken im Wasser. Dabei leidet der 17-Jährige unter Belastungs-Asthma. Im Training bekommt er manchmal Reizhusten, im Wettkampf hat er aber keine Probleme. Michael Phelps nennt er als sein Vorbild. "Ein Wahnsinn, wie er seine Hüfte bewegen kann."

Spätstarter

Achtjährig startete Subarsky seine ersten Gehversuche im Schwimmsport, warf aber schnell wieder das Handtuch. Als ihm aber im Gymnasium ein Lehrer großes Potenzial bescheinigte, begann der damals Elfjährige regelmäßig mit dem Schwimmtraining. Mit 15, als er leistungsmäßig stagnierte, wollte er erneut alles hinschmeißen. Trainer Walter Bär überredete ihn, zumindest bis Jahresende weiterzumachen. "Dann habe ich mich explosionsartig gesteigert." Die Pläne vom Ende der Karriere waren ad acta gelegt. Mit 17 steht er erst am Anfang. 2016 ist er 20. Olympia. Rio. Subarsky träumt nicht bloß vom Dabeisein. Ein Finale - das wär's. "Aber bis dahin kann viel passieren."

Ab Anfang 2014 besucht er für zweieinhalb Jahre eine Highschool. Subarsky freut sich auf den neuen Lebensabschnitt. Seine Eltern waren anfangs nicht begeistert, unterstützen ihn aber finanziell. In Amerika hat er sich auf Rogans Vermittlung zwei Trainingsgruppen angeschaut. Er entschied sich für die leistungsmäßig schwächere in Pasadena. Subarsky: "Ich mag lieber den Druck von hinten." Unterkommen wird er bei einer Gastfamilie, die in der Nähe seines Trainingsortes wohnt.

Rogan war mit 14 erstmals in die USA übersiedelt. Mit 19 gewann er seine erste WM-Medaille. 2015 ist Subarsky 19. Dann findet die Schwimm-WM in Kasan statt. Ob er dann noch in den USA trainiert, ist nicht gewiss. "Sollte Bär wieder in der Südstadt Trainer werden, komme ich sofort zurück." Da kann Hollywood Hollywood bleiben. (Birgit Riezinger, DER STANDARD, 11.12.2013)

  • Sascha Subarsky schwimmt bei seiner ersten EM 50 Meter Rücken, 50 Meter Delfin und seine Spezialstrecke 100 Meter Delfin. Hier hofft er auf einen Finaleinzug.
    foto: georg diener

    Sascha Subarsky schwimmt bei seiner ersten EM 50 Meter Rücken, 50 Meter Delfin und seine Spezialstrecke 100 Meter Delfin. Hier hofft er auf einen Finaleinzug.

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