Winterkönige abseits der größten Ligen

Ansichtssache23. Dezember 2013, 12:30
66 Postings

Die vor-weltmeisterliche Saison schreitet fort, zu den Feiertagen ist Muße für eine erste Bilanz der ballesterischen Lagen. Eine Umschau in den nicht so großen Ligen des Kontinents.

Bild 1 von 9
foto: reuters/garofalo

DÄNEMARK (Tabelle + Spielplan)

Spitzenreiter: Der FC Midtjylland (vom zweiten bis zum aktuell 18. Spieltag Erster) und Aalborg (seit dem elften Spieltag Zweiter) sind die Stabilitätsanker in der bisher extrem volatil (siehe unten) verlaufenden Superliga. Auch Midtjylland funktioniert nach dem in Dänemark höchst erfolgreich praktizierten Modell der Kräftebündelung. Zwei oder mehr Vereine kooperieren beim Unterhalt einer Profimannschaft, bleiben dabei aber als eigenstständige Entitäten im Amateur- und Nachwuchsbereich bestehen. Derart aufgestellte Klubs stellen mittlerweile ein Drittel des Feldes in der Zwölferliga.

Enttäuschung: Auch in einer als überdurchschnittlich zivilisiert verschrienen Gesellschaft wie der dänischen, gelten im Fußball manchmal andere Gesetze. Anlässlich des Kopenhagen-Derbys zwischen dem abgehalfterten alten König Brøndby und dem FC Kopenhagen (junger Prinz in glänzender Rüstung) werfen im Alltag eher zu Reserviertheit neigende Menschen regelmäßig die Nerven über Bord. Beim Aufeinandertreffen am 1. Dezember wurden nach einer Massenschlägerei gleich 400 Mann vorübergehend festgenommen. Ein Polizist beschrieb die Szenen als "Kriegsschauplatz".

Goalgetter: Thomas Dalgaard (12). Im bereits etwas fortgeschrittenen Stürmer-Alter schüttelt der 29-Jährige von Viborg FF seine bisher mit Abstand stärkste Saison aus den Wadeln. Mit der hervorragenden Quote von 27 Toren in 32 Spielen trug er in der abgelaufenen Saison maßgebend zum Aufstieg seines Klubs bei. Bereits davor war er (bei Skive IK) drei Spielzeiten lang bloß in der zweitklassigen 1. Division engagiert.

Merkwürdig: Der dänische Herbst erwies sich als wahre Wundertüte. Mit Nordsjælland und dem FCK grundelten die Meister der vergangenen beiden Saisonen hartnäckig am Tabellenende, Brøndby vervollständigte das illustre Trio. Mittlerweile stellt sich die Lage völlig anders dar: die Genannten kletterten allesamt unter die Top fünf. Den umgekehrten Weg ging dafür der regierende Pokalsieger Esbjerg. Man startete mit Platz eins, nach zwölf Runden stand immer noch Rang drei zu Buche. Dann wendete sich die Kurve allerdings ins Lotrechte und erfing sich erst auf Abstiegsplatz elf - bei sechs Niederlagen in acht Partien duchaus nachvollziehbar. Und es bleibt auch weiter fast alles möglich: den Unterschied zwischen dem Elften und Vierten machen lediglich sechs Punkte...

Nächste Runde: 23.2.2014

weiter ›
Share if you care.