Wider das Vermummungsverbot

Kolumne18. Dezember 2013, 17:08
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Packen wir's an und unsere Planzen ein! Gregor Fauma kennt ein paar gute Tricks für den Kälteschutz im winterlichen Garten

Nachdem die Wienerinnen und Wiener hysterisch versucht haben, noch Termine für das Umstecken auf Winterreifen zu bekommen, fangen auch die Gartler langsam an, sich Gedanken zur weniger warmen Jahreszeit zu machen. Die Sorge um ihre Pflanzen treibt sie dazu an.

Es braucht aber schon extrem kalte Winter, wie jenen 2011, um die heimischen Pflanzen in Gefahr zu bringen. Wenn es längere Zeit deutlich unter minus sieben, acht Grad Celsius hat, wird es bedenklich. Kommt der Wind dazu, könnte es letal werden. Aber dafür gibt es ja derlei Winterschutz.

Der beste Winterschutz besteht aus Mauern, ist ein Haus, eine Garage oder ein Keller und schützt den Pflanz vor eisigen Böen und Schneelast. Der Nachteil ist einerseits die Verfügbarkeit und andererseits das Ausgraben, Eintopfen und Schleppen der Pflanzen.

Bast passt

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Pflanzen wider das Vermummungsverbot zu verhüllen. Der Handel bietet dazu Noppenfolien, Winterflies oder Bastmatten an. Je winddichter ein Schutz ist - Stichwort Noppenfolien - desto eher bringt er Fäulnis. Denn wo sich kein Lüftchen mehr regen kann, entsteht schnell üble Fäule. Aus diesem Grund sind Bastmatten gar keine schlechte Lösung, sie halten die übelsten Witterungen fern und geben der Pflanze noch genug Luft und Licht.

Manche Pflanzen kann man mit sich selbst schützen. Es sind vor allem Ziergräser, bei denen diese Möglichkeit besteht. Dazu stiehlt man aus dem häuslichen Badezimmer einige Haargummis, stiehlt sich damit hinaus in den Garten und bindet das Ziergras auf Dreiviertelhöhe zusammen.

Keck im Wind

Wie Spielfiguren stehen die unterschiedlich hohen Ziergräser dann im Garten und recken keck ihre Haarbüschel in den Wind. Sukzessive sterben die äußeren Grashalme ab und bieten den jungen, grünen Halmen im Inneren mechanischen Schutz vor Kälte und Wind. Auch die so beliebten Ohrenwürmer, oft Ohrenschlürfer genannt, danken es deutlich vernehmbar.

Eine der wichtigsten Garten-Gerätschaften im Winter ist der Besen. Nicht wegen des Zusammenkehrens, sondern wegen seines langen Stiels. Damit kann man jene Triebe von der Schneelast befreien, die sonst abzubrechen drohen. Im Dezember ist es für trockenen Pulverschnee meist noch nicht ausreichend kalt. Der Schnee ist extrem nass und damit schwer. Und es wäre schade, wenn die Pflanze zwar die Temperaturen, nicht jedoch die Schneelast überdauern würde. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 13.12.2013)

Tipp zum Kälteschutz:

Entfernen Sie mechanischen Kälteschutz wie Flies oder Folie, sobald es weniger eisig ist - also schon ab minus drei Grad Celsius. Das halten die Pflanzen schon aus, der Schaden durch das Flies könnte sonst überwiegen.

  • Mit dem langen Stil des Besens kann man dünne Triebe von der Schneelast befreien.
    foto: istockphoto

    Mit dem langen Stil des Besens kann man dünne Triebe von der Schneelast befreien.

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    foto: andrea maria dusl
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