Heuer 14 Tote bei Unfällen auf Bahnübergängen in Österreich

10. Dezember 2013, 12:26
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Auch Schranken nicht der Weisheit letzter Schluss - Unachtsamkeit und Ablenkung am häufigsten Ursache

Wien - Das Risiko, auf einem Bahnübergang in Österreich mit einem Zug zu kollidieren, ist in den vergangenen Jahren gesunken. Gab es 2007 noch 191 solcher Unglücke, waren es im Vorjahr 140. Die Zahl der Unfalltoten auf Bahnübergängen sank im selben Zeitraum laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) vom Dienstag von 31 auf 15. Heuer gab es, inklusive des Unfalls vom Montag, bisher 14 Tote.

Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Forschung und Wissensmanagement im KfV, machte am Dienstag darauf aufmerksam, dass nach den Daten auch Schranken für Bahnübergänge nicht der Weisheit letzter Schluss sind. 56 der 140 Unfälle aus dem Vorjahr ereigneten sich auf Übergängen mit technischen Sicherungen, die anderen 84 auf unbeschrankten. 2011 gab es laut KfV 1.974 Übergänge mit Schranken, 3.712 waren ohne technische Sicherung.

Auffällig ist, dass die Verkehrstoten auf Bahnübergängen vor allem von 2007 auf 2008 stark gesunken sind, von 31 auf 18. Bis inklusive 2010 gab es einen weiteren Rückgang bis zum Tiefststand von 13 Toten, bevor 2011 die Zahl wieder auf 21 stieg. 2012 waren es dann 15. Die Zahl der Schwerverletzten schwankte in den Jahren seit 2007 zwischen 25 und 41.

"Vor der Fahrt überzeugen, dass es geht"

Die Hauptursache für Unfälle auf Bahnübergängen liegt meist in der Unachtsamkeit und Ablenkung des Autolenkers. "Man muss klar sagen, Eisenbahnkreuzungen werden von Lenkern nicht wahrgenommen", sagte Robatsch. Auch die Gewohnheit spielt offenbar eine Rolle: Ein Überlebender einer Kollision mit einem Zug sagte, die Bahn verkehre auf dem betreffenden Übergang immer um 17.00 Uhr. Er selbst sei um 17.15 Uhr auf dem Übergang gewesen. "Es gibt keine freie Fahrt. Man muss sich vor der Fahrt überzeugen, dass es geht", betonte der Experte.

Neben der Aufklärungsarbeit und dem Appell an die Lenker, achtsam zu sein, könnte auch die verstärkte Überwachung der Bahnübergänge hilfreich sein, meinte Robatsch. Schließlich sei das Überqueren von Bahnübergängen trotz akustischer und optischer Signale oder bei halb oder ganz geschlossenen Schranken ein Vormerkdelikt. (APA, 10.12.2013)

  • Gewohnheit, Unachtsamkeit und Ablenkung sind häufige Ursachen für Unfälle auf Bahnübergängen.
    foto: der standard/andy urban

    Gewohnheit, Unachtsamkeit und Ablenkung sind häufige Ursachen für Unfälle auf Bahnübergängen.

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