Mondphase: Der Trabant in Echtzeit

7. Jänner 2014, 17:01
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Die neue "Große Lange 1 Mondphase" der sächsischen Luxusuhren-Manufaktur A. Lange & Söhne folgt dem Lauf des Mondes besonders genau

Ursprünglich, so heißt es, wurde die Mondphasenanzeige auf Armbanduhren deshalb eingebaut, um diese für Männer attraktiver zu machen. In den 1920ern war das. Heute gehört diese astronomische Anzeige zu den beliebtesten Komplikationen bei Armbanduhren. Alleine zwölf Modelle mit Mondphasenanzeige hat die sächsische Manufaktur A. Lange & Söhne aus Glashütte seit ihrem Neubeginn 1990 auf den Markt gebracht.

Große Bühne

Auf der neuen "Großen Lange 1 Mondphase", die kürzlich vorgestellt wurde, bekommt die Anzeige einen prominenten Platz auf dem Zifferblatt. So lässt sich klar ablesen, wie sie dem tatsächlichen Lauf des Erdtrabanten, quasi in Echtzeit, folgt. Denn die Mondphasenanzeige ist direkt mit dem Stundenrad verbunden und daher ständig in Bewegung. Zwar in so kleinen Schritten, dass man dies mit bloßem Auge nicht erkennt, aber sie bewegt sich doch.

99,9978 Prozent genau

Dabei gibt sie die Zeitspanne von Neumond zu Neumond so exakt an, dass man die Anzeige bei ununterbrochenem Lauf erst nach 122,6 Jahren um einen Tag korrigieren müsste. Die errechnete Genauigkeit beträgt 99,9978 Prozent. Das ist deshalb bemerkenswert, weil bei den meisten klassischen Mondphasen aus technischen Gründen meist auf 29,5 Tage abgerundet wird. Das führt pro Zyklus zu einer Abweichung von 44 Minuten und 3 Sekunden, was sich nach zweieinhalb Jahren auf einen Tag summiert. Denn die durchschnittliche Mondumlaufzeit beträgt 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 3 Sekunden.

Drücken, um zu berichtigen

A. Lange & Söhne erreicht dies durch ein siebenstufiges Getriebe, das die Abweichung pro Mondumlauf auf weniger als eine Minute reduziert. Sollte dennoch eine Korrektur notwendig sein, weil man die Uhr vielleicht nicht immer aufziehen mag (Handaufzugsmanufakturkaliber L095.3) oder tragen möchte (siehe Preis!), lässt sich die Anzeige mit einem im Gehäuse eingelassenen Drücker berichtigen.

Intensives Blau

Die massiv-goldene Mondscheibe selbst präsentiert sich in einem satten Blau, das durch Interferenzeffekte, also der Überlagerung von Lichtreflexen, zustande kommt: Alle nicht blauen Farbanteile des Tageslichts werden von einer speziellen Beschichtung absorbiert, wodurch der intensive Farbeindruck entsteht. Außerdem sind mehr als 300 Sterne auf der Scheibe zu sehen.

Neben der Mondphase findet man auf dem dezentral aufgeteilten Zifferblatt Großdatum, kleine Sekunde und die Gangreserveanzeige (72 Stunden). Das 41 Millimeter-Gehäuse gibt's wahlweise in Gelb- und Rotgold (49.600 Euro) oder in Platin (50.900 Euro). (Markus Böhm, derStandard.at, 07.1.2014)

  • Auf dem dezentralen Zifferblatt der "Große Lange 1 Mondphase" von A. Lange & Söhne wird der Mondphasen-Anzeige besonders viel Platz eingeräumt. Die errechnete Genauigkeit der astronomischen Anzeige beträgt 99,9978 Prozent.
    foto: hersteller

    Auf dem dezentralen Zifferblatt der "Große Lange 1 Mondphase" von A. Lange & Söhne wird der Mondphasen-Anzeige besonders viel Platz eingeräumt. Die errechnete Genauigkeit der astronomischen Anzeige beträgt 99,9978 Prozent.

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