Liebe ist nicht genug

Ansichtssache11. Dezember 2013, 07:00
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Die Weihnachtsfeiertage eignen sich nicht nur zum Schenken, sondern auch zum selber lesen! Hier finden Sie ein paar Tipps aus der dieStandard.at-Redaktion:

foto: btb verlag
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Welcome Winterdepression

Die Schwestern Sarah und Emily Grimes führen zwei Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Obwohl ihnen die 50er Jahre nicht sehr viel Gestaltungsmöglichkeiten bieten, scheinen beide so zu leben, wie sie es sich wünschen. Die eine am Land mit drei süßen Kindern, die andere in der Großstadt mit vielen Affären und einem fordernden Beruf. Und doch machen sich auf einmal die glücklichen Tage rar, egal welches Leben eingeschlagen wurde. Was einmal euphorisch und mit Überzeugung begann, ist zur Last geworden, die die beiden Frauen nicht mehr loswerden. Mit den Jahren verschwinden auch die Möglichkeiten zur Veränderung, weil sich durch jahrelange Einübung des eigenen Lebens jede Handlung, jedes Wort zu verselbständigen scheint.

Die Gründe dafür, warum die Figuren des US-amerikanischen Autors Richard Yates derart in ihrem Leben festsitzen, sind so banal wie kompliziert und unüberwindbar – genau die richtige Abwechslung zwischen all den hemdsärmeligen Tipps zum "richtigen" Leben.

Richard Yates: Eastern Parade.
Aus dem Amerikanischen von Anette Grube.
Btb Verlag, München 2008,
304 Seiten, 9,30 Euro
(beaha)

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