AHS-Lehrer bekräftigen Streikdrohung

10. Dezember 2013, 09:07
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Wenn Dienstrecht "ohne Änderung aller Hauptkritikpunkte" am 17. Dezember beschlossen wird, wird zum Streik aufgerufen

Wien - Die AHS-Lehrergewerkschaft schwört ihre Mitglieder auf Streik ein. Wobei der 17. Dezember, der Tag, an dem das neue Dienstrecht beschlossen werden soll, offenbar noch abgewartet wird. "Sollte das neue Lehrerdienstrecht ohne Änderung aller Hauptkritikpunkte beschlossen werden, wird die AHS-Gewerkschaft in Abstimmung mit den anderen Lehrergewerkschaften und der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst zum Streik aufrufen. Die Bundesleitung der AHS-Gewerkschaft wird sich jeder Maßnahme anschließen, die die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst gegen den Bruch der Sozialpartnerschaft ergreift," heißt es in einem Beschluss der AHS-Lehrer. Derzeit versuchen die Gewerkschafter mit E-Mails sowie in "vielstündigen Gesprächen" Abgeordnete noch für ihre Interessen zu gewinnen.

Kritikpunkte

Ein Antrag der Unabhängigen GewerkschafterInnen (UG) auf einen Warnstreik am 16. Dezember wurde in der AHS-Bundesleitungssitzung am Montagabend abgelehnt. 

Zu den Hauptkritikpunkten der Lehrergewerkschafter am Dienstrecht zählte der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin (FCG), die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung "im zum Teil extrem hohen Ausmaß" bei gleichbleibendem Gehalt bzw. bei umgekehrter Sicht den Einkommensverlust pro Unterrichtsstunde, das "Downgrading" bei den Anstellungserfordernissen durch die Möglichkeit für Bachelorabsolventen, an den höheren Schulen zu unterrichten, sowie den Einsatz von Lehrern in fachfremden Gegenständen bzw. in anderen Schularten.

Verfassungsausschuss am 12. Dezember

Nächste Etappe im Ringen um das neue Dienstrecht ist der Verfassungsausschuss am 12. Dezember. Dort werde es aufgrund von Gesprächen mit Parlamentariern "voraussichtlich zu einigen Abänderungsanträgen in unserem Sinn" kommen, heißt es in einem Gewerkschaftsrundschreiben. Ob diese ausreichten, konnte Quin noch nicht sagen. Nach dem Verfassungsausschuss werde es aber sicher noch zu keinen Kampfmaßnahmen kommen - der heutige Beschluss beziehe sich auf die Verabschiedung des Gesetzes im Plenum. 

ÖH fordert Änderung der Einführungsphase

Auch die ÖH hat am Dienstag gegen das neue Dienstrecht protestiert. Vor dem Unterrichtsministerium präsentierte das Vorsitz-Team seine Forderungen auf Schultafeln. Die ÖH will vor allem eine Änderung der geplanten Einführungsphase, die Lehrer nach dem Abschluss ihres Bachelorstudiums machen müssen. "Die vorgesehene Induktionsphase hat kaum mehr etwas mit dem bisherigen Unterrichtspraktikum zu tun", so die ÖH.

Dadurch dass die Mentoren der Junglehrer nicht mehr nur einen Studenten, sondern mehrere betreuen, fürchten die Studentenvertreter erhebliche Verschlechterungen. Lehrer werden nach dem neuen System gleich nach dem Bachelorstudium angestellt. Für die ÖH ist das zu früh. Sie fordert, die Induktionsphase in den Master zu integrieren. (APA, red, derStandard.at., 9.12.2013)

  • Das Rundschreiben der Gewerkschaft.

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