Plädoyers für Anklage

9. Dezember 2013, 05:30
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Das letzte Wort hat das Justizministerium

Kontra Alijew gibt es drei juristische Stoßrichtungen in Österreich. Staatsanwältin Bettina Wallner von der Wiener Anklagebehörde leitet die Ermittlungen wegen Verdachts auf Mord und Geldwäsche. Letzteres ist auch die - unbewiesene - Klammer zum Wiener Media Quarter.

Im Zusammenhang mit dem Verschwinden zweier Bankmanager wurde Alijew in seiner Heimat zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, Österreich hat ihn aber nie ausgeliefert. Nach dem Auffinden der Leichen in Almaty wurden in Österreich Mordermittlungen eingeleitet. Alijew lebt aber mittlerweile in Malta, da sein österreichischer Fremdenpass eingezogen wurde, dürfte er kein gültiges Reisedokument haben. Eine Anklage gibt es noch nicht. Der Fall ist berichtspflichtig, das Justizministerium hat das letzte Wort. Dass Anklage erhoben wird, kann zumindest für Rechtsanwalt Gabriel Lansky nur eine Frage der Zeit sein. Er vertritt den kasachischen Opferverein Tagdyr, der von Hinterbliebenen der ermordeten Banker gegründet wurde. Lansky seinerseits ist mit Spionagevorwürfen konfrontiert, weil Behauptungen lanciert wurden, dass im Opferverein der kasachische Geheimdienst die Fäden zieht.

Auch Rechtsanwalt Richard Soyer, der in Österreich die Interessen des Staates Kasachstan vertritt, plädiert für einen baldigen Prozess gegen Alijew. (simo/DER STANDARD, 9.12.2013)

  • Opferanwalt Gabriel Lansky.
    foto: copyright toppress austria

    Opferanwalt Gabriel Lansky.

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