Barbara Unterkofler führt Neos in Salzburger Gemeinderatswahl

7. Dezember 2013, 14:04
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Wahlziel: Klubstärke – Für Parteichef Strolz ist Salzburg ein „Pionierprojekt“

Salzburg – Die Stadtsprecherin der Salzburger Neos, Barbara Unterkofler, ist am Samstag zur Spitzenkandidatin bei den Gemeinderatswahlen am 9. März kommenden Jahres gewählt worden. Die Juristin Unterkofler – sie ist die Tochter der ehemaligen Gesundheitslandesrätin Maria Haidinger (ÖVP) – erhielt im komplizierten Nominierungsverfahren der Neos sowohl vom Bundesvorstand als von der Mitgliederversammlung die meiste Zustimmung.

Auf Platz zwei folgt die in Vorarlberg geborene Touristikerin und Fremdenführerin Kornelia Thöni. Dahinter der Internist Sebastian Huber und der Vermögensberater Christoph Starzer. Der ehemalige ÖVP-Gemeinderat Ernst Flatscher schaffte es nur auf Platz sechs. Vor Flatscher ist Jus-Student Lukas Rößlhuber gereiht. Insgesamt finden sich auf den ersten zehn Listenplätzen zwei Frauen und acht Männer.

Drei Mandate nötig

Als Wahlziel formulierte Unterkofler am Samstag, "erreichen der Klubstärke". Das wären drei Mandate im Gemeinderat und ein zumindest zweistelliges Prozentergebnis. Damit hat Unterkofler die Latte relativ niedrig gehängt: Schon bei den Nationalratswahlen im September dieses Jahres erreichten die Neos in der Landeshauptstadt Salzburg 6,4 Prozent. Dass man insgeheim mit mehr rechnet, war bei einem improvisierten Pressegespräch unmittelbar nach Abschluss des Nominierungsprozesses deutlich sichtbar: Unterkofler präsentierte die ersten fünf Kandidaten den Medien. Schafft man fünf Mandate ist sogar ein Sitz in der Regierung in Reichweite. Die Regierung wird äquivalent zum Wahlergebnis, also nach Proporzsystem, beschickt.

Wesentlich schwerer als in der Stadt Salzburg tut sich die junge Partei in den Gauen. Landessprecher Sepp Schellhorn hat Mitte November bei einer Mitgliederversammlung noch von einer Kandidatur bei den Gemeindevertretungswahlen in allen Bezirkshauptstädten geträumt. Davon sind die Neos weit entfernt. Innergebirg – also im Pinzgau, im Pongau und im Lungau – werden die Pinken auf keiner einzigen Liste stehen. In Hallein, Abtenau (beide Tennengau) und in Obertrum (Flachgau) werden die Neos voraussichtlich mit jeweils nur einer Person antreten.

Inhalte bis Jänner

Bundesvorsitzender Matthias Strolz bezeichnet im STANDARD-Gespräch die Wahlen in der Stadt Salzburg als "kommunales Pionierprojekt". Die Neos sollen seiner Vorstellung nach "eine Aufbruchsstimmung" für Salzburg erzeugen. Aus Sicht seiner Partei ist das Pilotprojekt Salzburg sehr wichtig: "Wenn der Pilot verunglückt, ist das für das gesamte folgende Projekt nicht gut."

Völlig unklar ist freilich weiterhin, mit welchen Inhalten die Neos in Salzburg ihren Wahlkampf bestreiten wollen. Man werde diese beim Wahlkampfauftakt am 8. Jänner präsentieren, sagt Spitzenkandidatin Unterkofler. Man brauche jedoch nicht gleich "alles neu erfinden", sagt die Listenzweite Kornelia Thöni. Sie wird unter anderem für Verkehrsagenden zuständig sein. In dieser Funktion möchte Thöni das seit Jahren diskutierte Projekt einer Stadtregionalbahn für die Stadt und die Umlandgemeinden unterstützen. (Thomas Neuhold, derStandard.at, 7.12.2013)

  • Das Team für die Gemeinderatswahl: Spitzenkandidatin Barbara Unterkofler (Mitte), Listenzweite Kornelia Thöni (links) und Listendritter Sebastian Huber (rechts).
    foto: neos/pilz

    Das Team für die Gemeinderatswahl: Spitzenkandidatin Barbara Unterkofler (Mitte), Listenzweite Kornelia Thöni (links) und Listendritter Sebastian Huber (rechts).

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