Studie: Übergewichtige fühlen sich von Ärzten zu wenig beraten

6. Dezember 2013, 13:33
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Nur jede dritte Österreicher betreibt regelmäßig Sport - neben dem Aufraffen sind vor allem Kosten und Distanz zur nächsten Sporteinrichtung ausschlaggebend

Übergewichtige Patienten vermissen von ihren Ärzten Empfehlungen, wie sie sich körperlich betätigen können. Auch Kosten und Distanz zu Sporteinrichtungen sind ausschlaggebend für mangelnde Bewegung. Dies sind Ergebnisse einer Studie der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft, der MedUni Wien und der Sportunion Österreich, die in Kürze veröffentlicht wird.

Schnelle Erfolge

In der sogenannten Machbarkeitsstudie wurden zunächst Patienten im Wiener AKH dazu befragt, unter welchen Umständen sie gerne und langfristig an Sportprogrammen teilnehmen würden. Anschließend wurden 880 Diabetiker und übergewichtige Personen aus 22 Regionen Österreichs bei entsprechenden Bewegungsprogrammen unterstützt.

"Bereits nach acht Wochen konnte das Ausmaß der körperlichen Aktivität deutlich erhöht werden. Das ist ein großer Erfolg, denn die Teilnehmenden gehören zu jener Zielgruppe, die besonders schwer für Bewegung zu motivieren ist", sagte Alexandra Kautzky-Willer von der MedUni Wien. Die Studie zeige außerdem, dass vor allem niedergelassene Mediziner schwer durch Aktionen der Sportverbände angesprochen werden können. Gleichzeitig werde aber die Empfehlung, an einem Bewegungsprogramm teilzunehmen, erst dann besonders ernst genommen, wenn diese vom Hausarzt der Patienten stammt.

Eigenverantwortung in den Fokus

"80 Prozent aller Krankheiten sind heute Zivilisationskrankheiten, die von einem bestimmten Lebensstil stammen. Deshalb muss die Eigenverantwortung der Personen stärker in den Fokus gerückt werden", sagt Peter McDonald, stellvertretender SVA-Obmann. Im internationalen Vergleich liegt Österreich in Bezug auf die Sportlichkeit der Bevölkerung im Mittelfeld: 28 Prozent betreiben einmal oder öfter pro Woche Sport.

In Finnland und Norwegen liegt diese Zahl hingegen bei über 70 Prozent. Rainer Rößlhuber, Geschäftsführer der österreichischen Sportunion, empfiehlt entweder 150 Minuten Bewegung pro Woche in mittlerer Intensität - also so, dass man außer Atem kommt, aber trotzdem noch mit jemandem sprechen kann - oder 75 Minuten lang Sport in hoher Intensität. "Durch Kooperationen mit dem medizinischen Sektor ist es möglich, den Patienten ein Programm ans Herz zu legen. Wenn das dann auch noch durch die Kooperation mit Sportverbänden möglichst einfach zu absolvieren ist, kann mehr Bewegung und damit auch eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden", so Kautzky-Willer. (APA, derStandard.at, 6.12.2013)

  • 28 Prozent der Österreicher betreiben einmal oder öfter pro Woche Sport - damit liegt Österreich international im Mittelfeld.
    foto: dpa/andreas arnold

    28 Prozent der Österreicher betreiben einmal oder öfter pro Woche Sport - damit liegt Österreich international im Mittelfeld.

  • Bewegungsempfehlung der MedUni Wien
    foto: svagw/meduni wien

    Bewegungsempfehlung der MedUni Wien

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