Weltweite Trauer um Madiba

6. Dezember 2013, 14:32
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Präsident Zuma ordnet Staatstrauer bis zur Beerdigung an - Politiker weltweit würdigen Wirken des Friedensnobelpreisträgers - Zu Trauerfeier am 10. Dezember werden Staatsgäste aus aller Welt erwartet

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Ein Pärchen trauert vor der südafrikanischen Botschaft in Washington, D.C. Foto: Reuters / James Lawler Duggan

"Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren. Unser Volk hat einen Vater verloren" - ganz in Schwarz gekleidet, trat Südafrikas Präsident Jacob Zuma am Donnerstagabend vor die Kameras, um den Tod von Nelson Mandela zu verkünden. Dies sei ein Moment "tiefster Trauer" für alle Südafrikaner. "Nelson Mandela brachte uns zusammen, und zusammen nehmen wir Abschied von ihm." Vor dem Haus des Friedensnobelpreisträgers im Johannesburger Vorort Houghton versammelten sich noch in der Nacht zum Freitag mehr als 100 Menschen, um Lieder zu singen und zu tanzen. Einige brachten ihre Kinder mit.

Südafrikas Fernseh- und Radiosender sendeten ab Donnerstagabend nur noch Trauermusik. Zuma rief eine Staatstrauer aus. Die Fahnen des Landes würden bis zum Tag der Beerdigung Mandelas auf Halbmast gehisst. "Lasst uns zu seiner Vision stehen, die eine Gesellschaft war, in der niemand ausgebeutet und unterdrückt wird." Zuma pries die Vision Mandelas von einem einigen, nicht-rassistischen, nicht-sexistischen, demokratischen und blühenden Südafrika. Das ostafrikanische Burundi ordnete ebenfalls eine dreitägige Staatstrauer an. Mandela hatte im Jahr 2000 als Vermittler maßgeblich dazu beigetragen, den langjährigen Bürgerkrieg zwischen Hutu und Tutsi mit mehreren Hunderttausend Toten zu beenden.

Viele Südafrikaner kamen am Freitag mit einem schwarzen Trauerflor zur Arbeit. Der ehemalige Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, würdigte am Freitag bei einem Gedenkgottesdienst in der anglikanischen St.-George-Kathedrale in Kapstadt seinen ehemaligen Weggefährten im Kampf gegen das rassistische Apartheidsystem. "Das Land hat seinen Vater verloren", sagte Tutu.

Trauerfeier am 10. Dezember

Die zentrale Trauerfeier für den südafrikanischen Freiheitshelden soll am Dienstag, den 10. Dezember, im FNB-Stadion von Johannesburg stattfinden. Das teilte Zuma am Freitag in Johannesburg mit. Das Begräbnis werde am Sonntag, den 15. Dezember, in Qunu in der Provinz Ostkap stattfinden, Mandelas letztem Wohnort.

Die Trauerfeier für den südafrikanischen Freiheitshelden dürfte wohl eines der größten der Geschichte werden. Medienberichten zufolge werden alle lebenden US-Präsidenten zur Beisetzung Mandelas anreisen und zahlreiche weitere Würdenträger vom britischen Kronprinzen Charles bis zum simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe.

"Das Begräbnis wird jenem von Papst Johannes Paul II. Konkurrenz machen, zu dem fünf Könige, sechs Königinnen, 70 Staats- und Regierungschefs sowie zwei Millionen Gläubige gekommen waren", schreibt die britische Tageszeitung "The Guardian" (Onlineausgabe). Das Weiße Haus teilte dem US-Nachrichtensender CNN bereits mit, dass die Regierung in Washington bereits an der Reiseplanung für US-Präsident Obama arbeite.

Aus Präsidentschaftskanzlei und Bundeskanzleramt hieß es am Freitag auf APA-Anfrage, es sei noch zu früh für Aussagen über die österreichische Beteiligung an den Trauerfeiern.

Graffiti von Mandela an der Hausmauer jenes Krankenhauses, in das er zuletzt öfter eingeliefert wurde. Foto: AP/Hadebe

Mindestens zehn Tage Trauer

Laut "Business Day" werden die Trauerfeierlichkeiten zehn Tage lang dauern. Sie könnten sich aber auch länger hinziehen, um einer möglichst großen Zahl an Menschen die Gelegenheit zu geben, von Mandela Abschied zu nehmen. Die Zeitung verweist in diesem Zusammenhang auf die 30-tägige Trauerperiode nach dem Tod des tansanischen Präsidenten Julius Nyerere.

Weiterführender Link:

Nelson Mandela-Archiv: Nelson Mandela Centre Of Memory

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