Spionageurteil in Rumänien verhinderte Clinton-Rede in Wien

Elf Jahre Haft für NGO-Vertreter

Bukarest/Wien – Das Rätsel um die Absage Bill Clintons für ein Event des Center for Global Dialogue and ­Cooperation (CGDC) in Wien könnte gelöst sein: Stamen Stantschew, bulgarischer Unternehmer und Generalsekretär der NGO, war am Dienstag in Rumänien wegen Wirtschaftsspionage in Abwesenheit zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Zwar dementierte das CDGC am Donnerstagabend auf Anfrage des Standard einen Zusammenhang zwischen der Verurteilung Stantschews und dem Fernbleiben des ehemaligen US-Präsidenten; eine Erklärung von Clintons Büro stehe aber aus, räumte die Sprecherin der NGO ein.

Stantschew soll in viele Privatisierungen in Rumänien verwickelt gewesen sein. Hinter der Position als "internationaler Berater"  versteckt, etwa bei der Credit Suisse First Boston Europe in London und der UniCredit CAIB, sei es Stantschew laut Anklage gelungen, höchste Ränge der rumänischen Politik und Wirtschaft zu unterwandern.

Ex-Verteidigungsminister Werner Fassl­abend, neben Bulgariens Ex-Präsident Petar Stojanow ein Gründungsmitglied der NGO, sagte, er rechne in Kürze mit einer Aussprache zwischen Clinton und Stojanow.

Mittwochabend waren wilde Gerüchte über Clintons Verbleib kursiert. Doch dann twitterte US-Botschafterin Alexa Wesner noch am Abend ein Foto von sich und dem Ex-Präsidenten: "Ich hatte soeben ein tolles Meeting mit Bill Clinton."  Somit war klar: Clinton geht es gut. (Laura Balomiri, Gianluca Wallisch, DER STANDARD, 6.12.2013)

Update: Im Text wurde ergänzt, dass das Urteil gegen Stamen Stantschew nicht rechtskräftig ist.

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