Karl Mostböck: Nicht die großen Gesten

5. Dezember 2013, 17:44
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Das Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels widmet dem kürzlich verstorbenen Maler eine Ausstellung

Wels - Als Karl Mostböck kürzlich 92-jährig verstarb, hinterließ er ein umfangreiches OEuvre. Als einer der Hauptvertreter der informellen skripturalen Malerei in Österreich erarbeitete er sich seinen Stil im wahrsten Sinn des Wortes Bild für Bild, ausgehend von den klassischen Bildthemen Akt, Stillleben und Landschaft hin zu einer eigenen Bildsprache. Die war in den letzten drei Jahrzehnten stark geprägt von einer - auch spirituellen - Auseinandersetzung mit "Stille".

Großen Wert legte er auf das Ausgangsmaterial: handgeschöpftes Japanpapier, alte Papiere oder Seide. Papier, das übrigens meist die Mutter von ihren Reisen mitbrachte, erinnert sich die Tochter Gerlinde Kührer anlässlich des Ausstellungsrundgangs. Mostböck selbst beschäftigte sich zwar intensiv mit der Philosophie des Zen-Buddhismus, war selbst allerdings kein einziges Mal in Asien.

40 Arbeiten umfasst nun die Ausstellung, ein Großteil stammt aus der Sammlung Angerlehner, Leihgaben tragen dazu bei, dass sie eine chronologisch nachvollziehbare und thematisch umfangreiche Schau geworden ist. Eine, die sich auch als Kunstvermittlungsausstellung eigne, so Peter Assmann, Leiter des Museums.

Man könne anhand von Mostböcks gezeigten Arbeiten - ausgehend von Aktbildern der späten 1950er-Jahren bis zu jüngsten Werken aus dem Jahr 2005 - einerseits einen kunsthistorischen Bogen spannen. Andererseits ließe sich auch ablesen, wie der Autodidakt (im Hauptberuf war Mostböck technischer Zeichner) sich Elemente des Zeichnens und des Skriptoralen selbst erarbeitete. Technisch war er konsequent und arbeitete oft in Etappen: Das Papier bearbeitete der Künstler häufig erst in Aquarelltechnik, bevor er seine sehr präzisen Zeichen darauf setzte. Er sei beim Arbeiten von Mappen und Bildern umzingelt gewesen, erinnert sich die Tochter.

Es seien nicht die großen Gesten, die Mostböcks Arbeiten so unverkennbar machen, eher eine "Kraft der Stille", so Galerist Erich Fröschl. So manche Geste aber konnte sich der Künstler nicht verkneifen: und so findet sich auf einem Bild fein säuberlich mit Bleistift neben der Signatur: "Gemalt am 12.4. an meinem 84. Geburtstag." (Wiltrud Hackl, DER STANDARD, 6.12.2013) 

  • Karl Mostböcks informelle skripturale Malerei: "Ohne Titel", 2003. 
    foto: museum angerlehner

    Karl Mostböcks informelle skripturale Malerei: "Ohne Titel", 2003. 

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