Ein Glaserl geht noch

Ansichtssache4. Dezember 2013, 17:48
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Ein "Achterl" zum Frühstück, ein paar "Bierchen" zum Lustigsein. Wenn es um das Saufen geht, neigen wir zur Verniedlichung, reden das Problem klein. Dabei ist Österreich beim Alkoholkonsum vorn mit dabei, in der OECD-Statistik auf Platz drei hinter Frankreich und Portugal.

Für die Doku "Trinkfest" am Mittwoch in ORF 2 werfen Ed Moschitz und Edith Stohl einen präzisen Blick auf das Thema, das noch immer viel zu oft tabuisiert wird. Sie lassen Alkoholiker und jene zu Wort kommen, die es geschafft haben loszukommen.

foto: orf

"Alkohol bedingt, dass man sich wünscht, die Nacht möge niemals enden, weil es gerade so lustig ist", sagt Kurt Ostbahn. Er hat früher zu oft zum Glas gegriffen, "es muss wehtun, dann hört man auf." Moschitz und Stohl hören genau hin, wenn Kranke von ihrer Sucht erzählen, ohne zu werten oder zu moralisieren. 

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"Hinfallen ist keine Schande, aufstehen muss man können", sagt eine ehemalige Miss Austria. Pro Tag hat sie zwei Liter Schnaps gebraucht, versteckt war er im Keller. Kabarettist Josef Burger hat ein Einfamilienhaus versoffen, rechnet seine Frau vor.

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Auch in der Politik ist Alkohol oft präsent, angestoßen wird fast immer und überall. "Die Wirtsstube ist die beste Vorbereitung für die Politik" , sagt Maria Rauch-Kallat. Viele Entscheidungen fallen nicht in Sitzungen, sondern am Wirtshaustisch.

Schuld an manchen Missständen ist also der Wein? "Nein", sagt Weinkönigin Tanja ganz im Sinne des Weinmarketings, "der Wein kann gar nichts dafür, es liegt an den Problemen der Menschen." 350.000 Menschen in Österreich sind alkoholkrank, eine nüchterne Bilanz. (Astrid Ebenführer, DER STANDARD, 5.12.2013)

Link: Sendung zum Nachsehen auf tvthek.orf.at

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