Justiz ermittelt gegen Spar-Chef Drexel

4. Dezember 2013, 15:38
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Strafanzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede

Wien/Salzburg - Die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen den Chef des Handelskonzerns Spar, Gerhard Drexel, Ermittlungen wegen Verleumdung und übler Nachrede eingeleitet. Vor zwei Monaten hatte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eine Strafanzeige eingebracht, weil Drexel behauptete, die BWB habe bei der Hausdurchsuchung der Spar-Regionalzentrale im August in Kärnten eine Spionagesoftware eingesetzt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, bestätigte die Aufnahme der Ermittlungen.

Seitens der Wettbewerbsbehörde wurde stets betont, dass keine Spionagesoftware eingesetzt wurde - was die Behörde auch von dem gerichtlich beeideten Software-Sachverständigen Uwe Sailer bestätigen ließ. Bei dem Software-Programm "osTriage" handle es sich um keine Spionagesoftware, sagte Sailer. Die BWB wird nun von der Staatsanwaltschaft ersucht, innerhalb von drei Wochen Näheres zu den Umständen und Abläufen rund um die Hausdurchsuchung darzulegen.

Der Hintergrund: Der Handelskonzern behauptete, dass die Wettbewerbshüter bei der Hausdurchsuchung der Spar-Regionalzentrale Mitte August eine Spionagesoftware eingesetzt haben. Die Bundeswettbewerbsbehörde bestritt diesen Vorwurf. "Diese Aussagen sind strafrechtlich relevant und stimmen nicht. Die Bundeswettbewerbsbehörde lässt sich das nicht gefallen", wurde BWB-Anwalt Meinhard Novak vor Wochen im "Format" zitiert. Die Wettbewerbshüter ermitteln gegen Spar wegen des Verdachts von Preisabsprachen mit seinen Lieferanten. (APA, 4.12.2013)

  • Spar-Chef Gerhard Drexel lieferte sich mit Bundeswettbewerbsbehörde bemerkenswerte Wortgefechte.
    foto: spar

    Spar-Chef Gerhard Drexel lieferte sich mit Bundeswettbewerbsbehörde bemerkenswerte Wortgefechte.

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