Wien investiert jährlich rund 90 Millionen Euro in Forschung

4. Dezember 2013, 14:39
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Dritter Bericht des Uni-Beauftragten Van der Bellen erschienen

Wien - Wien investiert jährlich rund 90 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Das hat der Beauftragte der Stadt für Universitäten und Forschung, Grün-Politiker Alexander Van der Bellen, errechnet. Es ist dies die Summer aller Förderungen in diesem Bereich, wie er am Mittwoch erklärte. Die Stadt, so befand er, kommuniziert diese Leistung aber zu wenig.

Aufgelistet sind die Zahlen im am Mittwoch erschienenen dritten Bericht des Uni-Beauftragten. Die Ausgaben im Forschungsbereich sind demnach über die Jahre in etwa gleich geblieben. 2011 betrugen sie 95 Millionen Euro, 2012 bzw. 2013 waren 87 Millionen bzw. 93 Millionen Euro veranschlagt - wobei sich Van der Bellen auf Angaben der Magistratsabteilung 23 (Wirtschaft, Arbeit und Statistik) bezog.

36 Millionen an Subventionen

Der aktuelle Wissenschaftsbericht der Stadt ging für 2012 jedoch "nur" von rund 36 Millionen Euro an Subventionen aus, die im Rahmen des Wiener Forschungsförderungssystems investiert wurden. Laut Van der Bellen ist es "gar nicht so einfach" zu erheben, wie viel insgesamt für den Sektor ausgegeben wird. Denn zu den Förderungen der Wissenschaftsabteilung (MA 7) kämen etwa noch von der Stadt beauftragte Studien oder der Wissenschaftsfonds WWTF.

Größer Posten von Krankenanstaltenverbund

Der größte Posten ist jedoch dem Krankenanstaltenverbund zugewiesen, wobei hier wiederum das Allgemeinen Krankenhaus mit 35 Millionen Euro den Löwenanteil verbucht. 17 Millionen Euro fließen in die anderen Spitäler. Der Krankenanstaltenverbund betreibt demnach sowohl angewandte Forschung, finanziert aber auch einen Lehrstuhl für Geriatrie und bietet Studiengänge am FH Campus Wien an.

Apropos Fachhochschulen: Die rund 3,6 Millionen Euro, die Wien jährlich für diese budgetiert hat, sind laut Van der Bellen in der Auskunft der MA 23 nicht enthalten - obwohl es legitim erschiene, sie ebenfalls zur Forschungsförderung zu rechnen, wie er betonte. Auch das Universitätsinfrastrukturprogramm bleibe unerwähnt.

"Falsche Bescheidenheit"

Der Uni-Beauftragte ortete "falsche Bescheidenheit" bei der Stadt. Die Gesamtsumme werde zu wenig propagiert. Wien leiste sehr viel für den Forschungsstandort, kommuniziere dies aber nicht immer ausreichend. "Wien hat tolle Voraussetzungen, eine Forschungsstadt ersten Ranges zu werden", zeigte sich Van der Bellen überzeugt. Das Bewusstsein dafür sei aber nicht ausreichend vorhanden - weder in der Bevölkerung, noch bei der Stadt und den Unis. (APA, 4.12.2013)

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