Sicherheitsforscher baut Waffen mit Dingen aus Flughafen-Shops

4. Dezember 2013, 10:10
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Evan Booth will Öffentlichkeit auf Gefahr aufmerksam machen und veröffentlicht Anleitungen im Web

Wer an Bord eines Flugzeugs will, muss sich an viele Sicherheitsbestimmungen halten. Seit dem 11. September 2001 ist die Angst vor Terroranschlägen groß. So sind im Handgepäck zahlreiche Gegenstände verboten: klarerweise Waffen aber auch verschiedene Objekte, die als Waffe fungieren könnten. Auch Flüssigkeiten dürfen bestimmte Mengen nicht überschreiten. Dabei könnten sich Terroristen Waffen aus harmlosen Objekten zusammenbauen, die in Duty-Free-Shops nach den Sicherheitschecks erhältlich sind. Das hat nun der Sicherheitsforscher Evan Booth bewiesen.

Getränkedosen bis Souvenirs

Wired berichtet über zehn Waffen, die Booth unter anderem aus Gegenständen wie Deosprays, Getränkedosen, Batterien, Kondomen, Zeitschriften und Kinderspielzeugen gefertigt hat. Damit konnte der Sicherheitsforscher Hieb- und Stichwaffen, eine Art Armbrust, eine primitive Pistole und selbst eine Bombe herstellen. Gefahr gehe laut Booth zudem von diversen Souvenirs aus. So konnte er aus zwei Freiheitsstatuen-Miniaturen eine furchteinflößende Schlagwaffe mit scharfen Stacheln bauen. All das könnte im Abgeschiedenheit auf einer Toilette mit wenigen Handgriffen herstellt werden.

Anleitungen im Web veröffentlicht

Die Anleitungen hat Booth im Internet auf seiner Website "Terminal Cornucopia" veröffentlicht. Der Sicherheitsforscher argumentiert, dass Fluggäste das Recht darauf hätten zu wissen, wie leicht gefährliche Waffen aus einfachsten Mitteln hergestellt werden könnten. Der Möglichkeit, dass Terroristen auf die Anleitungen stoßen könnten, stellt er gegenüber: "Was, wenn sie das alles bereits wissen". Seine Forschungsergebnisse habe er vor der Veröffentlichung der Videoanleitungen der US-Heimatschutzbehörde mitgeteilt. Auch mit dem FBI sei er in Kontakt gestanden.

"Vielleicht sind meine Erwartungen zu hoch, aber ich glaube nicht, dass es so einfach sein sollte, eine Bombe mit Objekten vom Flughafen basteln zu können", so Booth. Fluggäste und Steuerzahler hätten ein Recht darauf, das zu erfahren. (red, derStandard.at, 4.12.2014)

  • Selbst aus Souvenirs bastelt Sicherheitsforscher Evan Booth furchteinflößende Waffen.
    foto: evan booth

    Selbst aus Souvenirs bastelt Sicherheitsforscher Evan Booth furchteinflößende Waffen.

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