Android: Bizarre Blacklist für "böse" Wörter

3. Dezember 2013, 16:29
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Kritik an Liste englischer Wörter, die bei der Autovervollständigung blockiert werden

Die Autovervollständigung hilft Smartphone-Nutzern schneller zu tippen. Jedoch nicht alles, was man schreiben möchte, findet sich zwangsläufig auch in Googles Wörterliste wieder. Die Liste, welche Wörter als "böse" gelten, ist einigermaßen seltsam. Die reichen nämlich von durchaus pikanteren Begriffen wie "Screwing" (vulgärer Ausdruck für Geschlechtsverkehr) bis zu harmlosen Wörtern wie "Geek" oder "Butt" (Hintern).

1.400 "böse" Wörter

Für englische Nutzer gibt es über 1.400 solcher Wörter auf Googles Liste, berichtet Wired. Selbst ein blumiges "Lovemaking" ("Liebe machen") findet sich hier wieder. Es seien vor allem viele Wörter verbannt, die in pornografischen Kontext verwendet werden können, einige medizinische sowie diskriminierende Ausdrücke. Aber eben nicht nur.

Inkonsistent

Dazwischen stoße man auch auf Wörter, die nicht zwangsweise in einem aggressiven oder pornografischen Zusammenhang stehen: beispielsweise "Thud" (dumpfer Aufschlag), "Panty" (Unterhose) oder "Uterus". Und selbst "Condom" sei Google zu heikel. Die Inkonsistenz überrascht. So würde etwa "Morphine" geblockt, "Methamphetamine" sei aber erlaubt. "Klansmen" sei verboten, "Nazi" in Googles Augen ok.

Kritik

Prinzipiell kann der Filter in den Einstellungen für die Android-Tastatur deaktiviert werden. Bei der Electronic Frontier Foundation wird Googles Liste dennoch kritisiert. Dass man etwa statt "Condom" die Begriffe "Condition" oder "Confusion" vorgeschlagen bekommen ergebe keinen Sinn. Ironie: "iPhone" werde zur Vervollständigung angeboten, "Chromebook" aber nicht.

Weniger heikel an anderen Sprachen

Wie genau die Liste zustanden kommt, habe Google auf Wired-Anfrage nicht verraten wollen. Bei deutschen Spracheinstellungen dürfte Google etwas milder sein, hier werden auch deutlich deftigere Ausdrücke vorgeschlagen, wie sich der WebStandard überzeugen konnte. (red, derStandard.at, 3.12.2013)

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Wired

  • "Condom" ist für Google offenbar ein böses Wort und wird bei englischen Spracheinstellungen und aktivem Wortfilter nicht zur Autovervollständigung angeboten. 
    foto: standard/riegler

    "Condom" ist für Google offenbar ein böses Wort und wird bei englischen Spracheinstellungen und aktivem Wortfilter nicht zur Autovervollständigung angeboten. 

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