An Sommer jenseits der 40 Grad müssen wir uns gewöhnen

7. Dezember 2013, 18:07
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ZAMG präsentiert das neue Buch "Unser Klima - was, wann, warum"

Wien - "Wir wollten die Wissenschaft wieder in den Fokus der Diskussion rücken", sagt Johann Hiebl von der Fachabteilung Klimavariabilität und Modelle der Wiener Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Anlass war die Präsentation eines neuen ZAMG-Buches "Unser Klima".

Das Buch soll einen sachlichen Überblick über die Entwicklung des Weltklimas ohne Spekulationen bieten. Zumindest eines kann den ZAMG-Experten zufolge nicht mehr in Frage gestellt werden: Die Grundthese der Erderwärmung ist richtig - das vergangenen Jahrzehnt war das wärmste, das jemals gemessen worden ist. "Dieser Temperaturanstieg ist ohne menschlichem Zutun nicht erklärbar", so Hiebl. Die Experten gehen auch davon aus, dass es auch in Zukunft wärmer werden wird.

Vieles noch unklar ...

Ungewiss sind allerdings die Auswirkungen des Klimawandels. "Hier gibt es verschiedenste Szenarien", meinte Hiebl. Die Möglichkeiten sind aber vielfältig, gegensätzlich und regional höchst unterschiedlich. "Schmelzende Gletscher, beträchtliche Mengen an Methan und CO2 durch tauenden Permafrost, Meeresspiegelanstieg, Versauerung der Ozeane, weniger Schnee für den Wintertourismus, Hochwasser und Wasserknappheit könnten mögliche negative Folgen des Klimawandels sein. Aber auch mehr Sonnentage in Mitteleuropa und die daraus entstehenden Chancen für den Tourismus, die Freilegung neuer Rohstoffquellen sind nicht auszuschließen", schreiben die Autoren.

Dass die Jahrhunderthochwasser in Österreich auf den Klimawandel zurückzuführen sind, sehen die ZAMG-Experten skeptisch. Derartige Ereignisse würden rein statistisch gesehen in tausend Jahren zehnmal stattfinden, doch muss die Verteilung nicht gleichmäßig sein. So könnten auch in 25 Jahren drei "Jahrhunderthochwasser" auftreten. "Viel spricht dafür, dass die Auswirkungen von Hochwasser überwiegend hausgemacht sind, etwa durch Flächenversiegelung, Flussbegradigungen und Entzug der natürlichen Überschwemmungsräume", meinen die Autoren.

... doch wird es eindeutig heißer

Gewöhnen müssen wir uns allerdings an extrem heiße Sommer mit Temperaturen über 40 Grad: "Die Zunahme der sommerlichen Hitzewellen ist eine sowohl ernst zu nehmende als auch abgesicherte Entwicklung im Bereich der Klimaextreme, unter der vor allem die Menschen in Großstädten zunehmend zu leiden haben. Die erstmalige Überschreitung der 40-Grad Schwelle in der fast 250-jährigen Geschichte der österreichischen Klimamessung, eingetreten im August 2013, war nur eine Frage der Zeit." (APA/red, derStandard.at, 7. 12. 2013)

  • "Unser Klima - was, wann, warum",  240 Seiten, € 19,40, Facultas.wuv 2013.
    coverfoto: facultas.wuv

    "Unser Klima - was, wann, warum",  240 Seiten, € 19,40, Facultas.wuv 2013.

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