"GroKo" niederstimmen

2. Dezember 2013, 16:52
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Oliver Welke, der derzeit schärfste Talker Deutschlands, startete ein kühnes Experiment

In Deutschland ist "GroKo" so gut wie gegessen. Schwarz-Rot bringt sich in Stellung für vier Regierungsjahre. Einen Strich durch die Rechnung könnten jene 470.000 SPD-Mitglieder machen, die dem Koalitionsvertrag erst zustimmen müssen.

"Im Grunde entscheidet ein Haufen schlecht gelaunter Opas aus dem Ruhrgebiet über die Zukunft des ganzen Landes." Lieber, guter Oliver Welke. Der derzeit schärfste Talker Deutschlands bringt es auf den Punkt und startete in der "Heute-Show" auf ZDF ein kühnes Experiment. Gegner von "GroKo" sind aufgerufen, aktiven Widerstand zu leisten, indem sie kurzfristig Parteimitglied der SPD werden, sodann gegen die schwarz-rote Koalition stimmen - und danach wieder austreten.

Die Sache scheint auf einem guten Weg: Normal ist, dass etwa 1000 Menschen im Monat in die Partei eintreten. Im Oktober waren es 2500. Und schon regt sich Widerstand an der Basis: "NoGroKo" macht Stimmung über Twitter. Das hat zugegeben den Nachteil, dass die "schlecht gelaunten Opas aus dem Ruhrgebiet" davon möglicherweise nichts mitbekommen, aber egal: "Hurra! Stirb ,GroKo', stirb!" jubelte Welke vergangene Woche und mobilisiert vor der Entscheidung noch einmal alle Kräfte.

Da kommt dann der Helfer im Spaß, Lutz van der Horst, mischt sich unter Parteimitglieder und macht den Echtheitstest: Er hypnotisiert sie, versucht sie zu bestechen, spielt Kasperl und "Grokodil", nur damit die Befragten Neinsagen üben.

Egal, wie es ausgeht, die "Heute-Show" gewinnt. Das tut sie eigentlich fast immer, nachzusehen auf zdf.de/ZDFmediathek. Und übrigens: Wo war noch gleich Harald Schmidt? (Doris Priesching, DER STANDARD, 3.12.2013)

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