Krise ließ Zahl der Raucher in den USA ansteigen

2. Dezember 2013, 16:00
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Sagen IIASA-Wissenschafter - Bisherige Ansicht der Sozialwissenschaft vom "Gesund leben in harten Zeiten" widerlegt

Wien - Die Zahl der Raucher ist in den USA seit 2008 um rund 600.000 gestiegen. Wissenschafter des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien führen dies in einer neuen, in der Fachzeitschrift "Tobacco Control" veröffentlichten Studie auf den durch die Wirtschaftskrise bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit zurück, so das IIASA am Montag in einer Aussendung.

Ungesund leben in harten Zeiten

Die neuen Ergebnisse würden laut IIASA bisherige Annahmen in der Sozialwissenschaft widerlegen: Seit vielen Jahren sei ein Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrisen und einer Reduktion ungesunder Verhaltensweisen und der Sterblichkeit beobachtet worden, was unter dem - zynisch klingenden - Schlagwort "Gesund leben in harten Zeiten" zusammengefasst wurde. Erklärt wurde dies einerseits mit der zusätzlichen Zeit von Arbeitslosen für körperliche Betätigung, andererseits mit einer Reduktion des Tabak- und Alkoholkonsums bei berufstätigen Personen aus Sorge um den Arbeitsplatz, schreibt Studienautor Raya Muttarak vom IIASA-Bevölkerungsprogramm.

Aus diesem Grund galt in der Sozialwissenschaft die allgemeine Ansicht, dass man sich nicht zu sehr über die Auswirkungen einer Krise auf Gesundheit und Sterblichkeit sorgen müsse. "Dieses Mal ist es anders: Das Ausmaß der Krise hat den Anteil der Menschen mit und ohne Arbeit substanziell verändert, wobei letztere eher gesundheitlich riskantes Verhalten an den Tag legen", so Muttarak. Dagegen gibt es bei den nach wie vor im Beruf stehenden Personen den Trend zu gesünderer Lebensweise.

Die Wissenschafter zogen für ihre Studie die Umfragedaten des Center for Disease Control über Risikofaktoren von rund zwei Millionen Personen in den Jahren 2005 bis 2010 heran. Berücksichtigt wurden dabei sowohl die wachsende Bevölkerungszahl in den USA, Trends im Rauchverhalten vor der Krise sowie soziodemographische Trends. (APA, 2.12.2013)

  • Menschen, die einen Job haben, tendieren zu gesünderer Lebensweise. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.
    foto: apa/caroline seidel

    Menschen, die einen Job haben, tendieren zu gesünderer Lebensweise. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.

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