"1979 Revolution": Iranische Spielentwickler als feindliche Spione bezeichnet

2. Dezember 2013, 11:58
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Hersteller des Spiels zur iranischen Revolution musste Land verlassen

Mit dem Spiel "1979 Revolution – Black Friday" will das iranische Studio iNK Stories Spieler die Tage der iranischen Revolution vor mehr als drei Jahrzehnten nacherleben lassen. Wie aus einer Vorstellung des Projekts hervorgeht, stößt der Inhalt auf heftigen Widerstand bei Medienvertretern innerhalb des eigenen Landes. Demnach wurden die Entwickler als feindliche Spione bezeichnet. "Die Anschuldigung bedeutet, dass ich nicht mehr in den Iran kann", zitiert Branchenblog Kotaku iNK-Gründer Navid Khonsari.

Schwierige Situation

"Eine konservative iranische Zeitung hat Wind davon bekommen und mich zum Spion erklärt", so Khonsari. Die Propaganda-Vorwürfe zögen ernste Konsequenzen nach sich. So habe der Designer aus seinem Land flüchten und sein bisheriges Leben zurücklassen müssen. "Das ist wirklich scheisse, weil ich noch Familie im Iran habe. "Wir haben noch nicht einmal irgend etwas veröffentlicht, doch jeder, der mit dem Spiel verbunden ist, gilt als schuldig."

Serious Games

Dabei ginge es den Entwicklern nicht um Propaganda, sondern die interaktive Aufbereitung historischer Ereignisse. "1979 Revolution" sei dabei nur als erstes Spiel einer ganzen Serie geplant, danach könnten Werke wie "1982 El Salvador", "1988 Panama", "1992 Liberia" und "1995 Bosnien"

Bislang hat es iNK Stories allerdings schwer, ein Publikum für seine außergewöhnlichen Spielinhalte zu finden. Im Zuge der Kickstarter-Kampagne konnte innerhalb der ersten 14 Tage noch nicht einmal ein Viertel des benötigten Budgets von 395.000 Dollar gesammelt werden. (zw, derStandard.at, 2.12.2013)

Video: "1979 Revolution – Black Friday"

  • "1979 Revolution" ist nur als erstes Spiel einer ganzen Serie von Serious-Games geplant.
    foto: ink stories

    "1979 Revolution" ist nur als erstes Spiel einer ganzen Serie von Serious-Games geplant.

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