Deutsche Piraten formieren sich neu

1. Dezember 2013, 17:25
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Computerexperte Wirth neuer Chef - Fordert in Antrittsrede mehr Geschlossenheit innerhalb der Partei

Bremen - Monatelang schwammen die deutschen Piraten auf der Welle des Erfolgs - zumindest bei einzelnen Wahlen. Doch spätestens seit der Bundestagswahl Ende September war den Wählern klar: Hier liegt zwar Potenzial für Oppositionspolitik, dieses wird aber kaum genützt. Der Gruppierung fehlte es stets an Zusammenhalt, an Orientierung, an Stoßrichtung.

Nach den enttäuschenden 2,2 Prozent bei der Bundestagswahl war für das Team von Bernd Schlömer klar: Mit uns an der Spitze geht es nicht weiter - zu eindeutig hatte man den Einzug ins Parlament verfehlt.

Am Samstag wählten nun rund 1000 Mitglieder den 45-jährigen Frankfurter Thorsten Wirth zum neuen Vorsitzenden. An seine Seite gestellt wird Caro Mahn-Gauseweg (32) aus Sachsen. Wirth, er war schon einmal im Vorstand, erhielt 78,1 Prozent der Stimmen. Er setzte sich in einem komplizierten Wahlverfahren, bei dem jedes Mitglied gleich mehrere Stimmen abgeben konnte, gegen fünf weitere Kandidaten durch.

Seine Antrittsrede stellte der neue Oberpirat unter das Motto "Motivation ist das Gebot der Stunde". Bevor man politisch weitergehen könne, müsse zunächst die Partei als solche zusammengeführt werden. Die geplante große Koalition zwischen CDU, CSU und SPD kritisierte Wirth als "Zäsur für unsere Demokratie".

Stellvertreterin Mahn-Gauseweg forderte eine inhaltliche Konzentration auf Datenschutz und Bürgerrechte. Nur diese seien Kernkompetenzen der Partei.

Auf alle Fälle werden die Piraten im Vorstand auch weiterhin viel Idealismus an den Tag legen müssen: Ein Gehalt gibt es für sie auch weiterhin nicht. Bloß Sozialhilfeempfänger sollen Ausgleichszahlungen erhalten. (gian, DER STANDARD, 2.12.2013)

  • Thorsten Wirth: Motivation ist oberste Priorität.
    foto: dpa/wagner

    Thorsten Wirth: Motivation ist oberste Priorität.

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