Vier Sterne für die Shopping-City

29. November 2013, 17:18
7 Postings

Unibail-Rodamco hat seine zwei heimischen Standorte auf Stand gebracht: Nach dem Donauzent­rum ist auch die Modernisierung der SCS abgeschlossen

Vösendorf - In Paris und Vösendorf darf man sich nun über vier Sterne freuen: Nach zwei Jahren Bauzeit hat die Shopping City Süd den internen Gold-Standard des französischen Eigentümers Unibail-Rodamco erreicht. Seit 2009 hat Unibail-Rodamco über 300 Millionen Euro in seine beiden Standorte in Österreich investiert. Das Donauzentrum hatte in neuer Gestalt im Herbst 2010 eröffnet, was sich umgehend mit Umsatzsteigerungen bezahlt machte. Die meist nur kurz SCS genannte Shopping City Süd folgt nun nach. Diese Woche wurde die Fertigstellung des auf neuesten Stand gebrachten, 37 Jahre alten Einkaufszentrums gefeiert.

150 Millionen Euro ließ sich der französische Retail-Gigant, der sich in seinem Portfolio auf groß dimensionierte Shoppingcenter an Europas zahlungskräftigsten Standorten konzentriert, den zweijährigen Umbau kosten.

Neue "Männerzonen"

Unter den Neuerungen, die SCS-Centermanager Anton Cech und der im September dem scheidenden Markus Pichler nachgefolgte Managing Director Arnaud Burlin vorstellten, finden sich unter anderem Aufenthaltsbereiche für Kinder und "Männerzonen", in denen bummelmüde Gatten vor Fernsehbildschirmen geparkt werden können.

Nicht nur das: Vor allem wurden die Reste des in die Jahre gekommenen, düsteren Innenmobiliars entrümpelt und vom französischen Designerbüro Saguez & Partners durch glatte, stromlinienförmige Flächen in strahlendem Weiß und Deckenöffnungen ersetzt. Die unübersichtlich gewordenen "Plätze" entlang der Shoppingstraße wurden umgebaut und zu Plazas umbenannt, die mit Moos und Designer-Bäumen ("Garden Plaza") und fünf Meter hohem Wasserfall ("Water Plaza") prunken und die Orientierung in der Einkaufsmeile erleichtern sollen. Dazu kommen die "Basic City" und die "Light City" im Bereich des SCS-Multiplex.

Mehr Tageslicht im Inneren also, dazu "Smart Parking" und Gratis-Shuttle-Bus im Außenbereich sowie neue, einheitlich gestaltete Eingangsportale dazwischen. "Wichtig war uns bei der Modernisierung, die "Customer Journey" vom Parkplatz über die neue Fassade bis zum Marmorboden innen zu verbessern", so Arnaud Burlin.

Neue Flagship-Stores

Die Fertigstellung erfolgte pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Dieses soll nach den Wünschen der SCS-Chefs dadurch noch angekurbelt werden und so den Nachteil, dass der frequenzstarke 8. Dezember heuer auf einen Sonntag fällt, ausgleichen.

Der Jahresumsatz soll, wie Anton Cech verkündete, trotz des Umbaus das Niveau von 2012 halten. Um dieses Ziel zu erreichen, ist als zusätzliches Lockmittel noch im Dezember die Eröffnung des Flagship-Stores der US-Modemarke Michael Kors und einer Filiale des irischen Textildiscounters Primark anberaumt.

Eine "zweistellige Anzahl" weiterer Neumieter kündigte Anton Cech für 2014 an, und er erwartet auch einen Schub durch die Modernisierung: "Unser Ziel für 2014 ist eine Frequenzsteigerung von rund zehn Prozent." Zurzeit zählt die Shopping City 23,2 Millionen Besucher pro Jahr.

Spekulationen, der neue Konkurrent im Wiener Norden, das G3 in Gerasdorf, könne die SCS-Erwartungen dämpfen, teilt Centermanager Cech nicht: "Das G3 spüren wir im Umsatz nicht, weil sich die Einzugsgebiete so gut wie nicht überschneiden."

Internationale Mieten

Die Verkaufsfläche blieb mit 192.500 Quadratmetern praktisch unverändert, intern wurde jedoch umgeschichtet. Ohnehin beträgt die Mieterfluktuation etwa zehn Prozent pro Jahr. Dass die Mietkosten infolge des Umbaus anziehen, liegt nahe. "Die Mietkosten unterscheiden sich von Shop zu Shop, je nach Lage, orientieren sich aber am internationalen Markt", so Thomas Heidenhofer, Director of Leasing bei der SCS. "Es gibt schließlich auch eine starke Nachfrage internationaler Mieter, die hier in den österreichischen Markt einsteigen wollen. Steigerungen in den Mietkosten kommen natürlich vor." Bezüglich Sonntagsöffnung hegt man wenig Ambitionen auf internationalen Standard, dies werde auch vom Großteil der Mieter nicht gewünscht, so Heidenhofer.

Im nächsten Schritt wird die energetische Sanierung abgeschlossen und zertifiziert, hier erhofft man sich eine Einsparung von 20 Prozent. Sich zurückzulehnen und die handfesten Erträge des schnittigen Upgrades zu zählen, plant man bei den SCS-Betreibern jedoch nicht. Die Halbwertszeit von Design und Ausstattung ist im Retail-Bereich schließlich knapp bemessen. SCS-Director of Development Gerald Grüll schätzte den Erneuerungszyklus für ein Refurbishment auf sieben Jahre. Der Countdown bis zum nächsten Upgrade läuft also schon. (Maik Novotny, DER STANDARD, 30.11.2013)

  • Schwungvolles Weiß, moosbewachsene Säulen und schlanke Designer-Bäume statt Siebzigerjahre-Düsternis: die neue "Garden Plaza" in der Shopping City Süd.
    foto: toni rappersberger

    Schwungvolles Weiß, moosbewachsene Säulen und schlanke Designer-Bäume statt Siebzigerjahre-Düsternis: die neue "Garden Plaza" in der Shopping City Süd.

Share if you care.