Kirchenbesuch mit Blick in den Himmel

Eine Kirche schaut aus wie die andere? Dass dem nicht so ist, zeigen die Fotografien von Richard Silver, die ganz neue Blickwinkel eröffnen

Kirchenmarathons gehören für viele nicht unbedingt zu den Highlights eines Städtetrips. "Da schaut doch eine aus wie die andere", lautet die häufige Klage, wenn die Füße schmerzen und die Speicherkarte der Kamera voll ist.

Dass dem nicht so ist, zeigen die Bilder des amerikanischen Fotografen Richard Silver. Der aus Brooklyn stammende Fotograf hat die Perspektive verändert und macht Panoramaaufnahmen vom Kirchenschiff - kopfüber. Daraus ergeben sich neue Blickwinkel auf die prachtvollen Deckengestaltungen von Kirchen auf der ganzen Welt.

Sichtbar werden die gestalterischen Unterschiede in unterschiedlichen Kulturkreisen: schlichte Kirchen ohne Schmuck, goldene Deckengestaltungen, prunkvolle Kuppeln und Arkaden, bunte Holzkassetten oder reiche Fresken sind da in ihrer ganzen Pracht zu sehen.

"Um die Fotos zu machen, brauche ich ohne Stativ normalerweise eine Minute - vorausgesetzt, die Kirche ist einigermaßen leer und keiner steht im Weg. Wenn ich ein Stativ benutzen kann, dann dauert es etwa fünf Minuten", erklärt Silver die Entstehung der Bilder. Die tatsächliche Arbeit beginnt erst danach. Dann fügt er zwischen sechs und zehn Einzelbilder mit Hilfe von Photoshop zu einem ganzen Panoramabild zusammen. Insgesamt braucht er für eine fertige Aufnahme etwa eine halbe Stunde.

Um den richtigen Punkt für die Aufnahmen zu finden, sucht er nach dem Zentrum und achtet darauf, sowohl den Eingang als auch die Apsis auf das Bild zu bringen. Meistens jedoch macht er die Bilder aus der Hand, ohne Stativ.

Religiöse Gründe für seine Aufnahmen gibt es nicht. "Ich bin kein religiöser Mensch. Meine Leidenschaft sind Fotografie, Architektur und Kirchen", so Silver.

Seine Motive findet er auf Reisen. Im Vorfeld sucht Silver online nach Kirchen, die für seine Aufnahmen in Frage kommen und organisiert seine Reisen entsprechend. "Große Kirchen gibt es vor allem in Europa und in Südamerika. In Asien findet man sie seltener. Nach Goa bin ich gereist, weil die Portugiesen dort einen großen Einfluss hatten und es viele katholische Sakralbauten gibt". (todt, derStandard.at, 05.12.2013)


St. Thomas, Goa, Indien


St. Vincent De Paul, Los Angeles, Kalifornien


Matthiaskirche, Budapest, Ungarn


Santa Domingo, La Paz, Bolivia


Santa Teresa Konvent, Potosí, Bolivia


Kirche San Francisco, Mexiko-Stadt, Mexiko


Hallgrimskirkja, Reykjavik, Island


Krakauer Franziskanerkirche, Krakau, Polen


Providencia Divina, Mexiko-Stadt, Mexiko


Kathedrale of the Holy Name, Mumbai, Indien


Kathedrale Christ our King, Johannesburg, South Africa


Augustinerkirche, Wien


Sankt Catejan, Goa, Indien


Michaelerkirche, Wien


Marienkirche, Krakau, Polen


Andreaskirche, Düsseldorf


Josefskirche, Krakau, Polen


Santiago Abierto, Potosí, Bolivien


Allerheiligenkirche, Warschau, Polen


Feldkathedrale der Polnischen Armee, Warschau, Polen


Dominikanerkirche, Krakau, Polen


Piaristenkirchen, Krakau, Polen


Kirche zum Heiligen Kreuz, Warschau, Polen


Martinskirche, Krakau, Polen


Basilica do Bom Jesus, Goa, Indien


Konvent San Francisco, Potosí, Bolivien
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