Alle Jahre wieder: Oh Pannenbaum

29. November 2013, 21:13
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Der vorweihnachtliche (für manche) "Marathon" der Firmenfeiern beginnt. Mit ein wenig Maß und Ziel hat sie so einige Karrieren befördert - und nicht nur geschadet

Es geht wieder los. Die Karawane zieht von einer Firmenfestivität zur nächsten. Kekse, Punsch und Weihnachtsreden im Akkord. Hunderte Gelegenheiten also für kleine und große Fettnäpfchen. Und häufig bietet die Weihnachtsfeier des vergangenen Jahres auch den Gesprächsstoff für die diesjährige: Von Totalaussetzern oder ekstatischen Tanzeinlagen bis hin zum pikanten Tête-à-tête - die Weihnachtsfeier jagt nicht wenigen Mitarbeitern (und auch nicht grundlos) alle Jahre wieder den leichten Schauer über den Rücken.

Jenen, die im vergangenen Jahr lieber an der Kollegin von Marketing als am Spekulatius geknabbert haben, mögen die aktuelle Saison betreffend vielleicht darüber nachdenken, sich weniger häufig nachschenken zu lassen oder eben ganz zu Hause zu bleiben. Sicher ist sicher, weil auch nichts gegen den positiven Weiterverlauf der Partnerschaft (privat wie geschäftlich) spricht und auf ein auf ewig angeschlagenes Image gut und gerne verzichtet werden kann.

Ein bisschen Knigge

Ein paar Do's und Don'ts zur (alljährlichen) Vorbereitung vor allem für die hauseigene Firmenfeier können - auch in diesem Jahr - jedenfalls nicht schaden. Das gilt für Chefs genauso wie für ihre Mitarbeiter.

  • Für Chefs gilt: Seien Sie ausgelassen und geben Sie sich nahbar. Für Ihre Mitarbeiter ist ein Betriebsfest eine gute Chance, den Kontakt zu verbessern oder wieder aufzufrischen.
  • Deshalb gilt auch - als Gastgeber -, dass Sie pünktlich sein müssen, weil Sie ja auch die Ansprache halten, das Buffet eröffnen etc. Das Offizielle wird von Ihnen als Chef erwartet.
  • Die Ansprache sollte nicht nur Vorhersehbares beinhalten - ein paar muntere Grüße sind meist zu wenig. Seien Sie außerdem vorsichtig mit Witzen, versuchen Sie aber auch nicht zu ernst zu sein.
  • Am Ende des Jahres sollten Sie den Anlass nutzen, Ihre Wertschätzung für Geleistetes auszudrücken, auf das Jahr zurückzublicken und vielleicht schon auf kommende Projekte einzustimmen.
  • Und: Als Mitglied der Geschäftsführung oder auch als Abteilungsleiter sollten Sie sicherstellen, dass Sie selbst und Ihre Kollegen zumindest mit einer Person jeder Abteilung gesprochen haben.
  • Für Mitarbeiter gilt: Sie müssen nicht an der Weihnachtsfeier teilnehmen. Es ist aber nicht von Schaden, sein Gesicht dort zu zeigen. Zeigen Sie Interesse an Ihren Kollegen und Vorgesetzten.
  • Setzt Letzterer dann auch zur Rede an, sollten Sie sich unterdessen nicht betrinken, ein No-Go für alle Knigge-Trainer.
  • Solange der Chef oder die Chefin als Gastgeberin das Glas nicht anhebt, solange werden Sie als Gast es ebenso nicht tun. Das empfiehlt der Knigge, die wenigsten aber halten sich daran.
  • Beim Buffet verhält es sich ähnlich. Erstens ist es erst eröffnet, wenn der Chef das ankündigt, und zweitens sollten Sie nicht gleich über die Stränge schlagen, nur weil die Firma zahlt.
  • Und zu guter Letzt: Sollten Sie (auch) dieses Jahr bei der Weihnachtsfeier ins Fettnäpfchen getreten sein und waren andere auch davon betroffen, hilft nur eine Entschuldigung. Mit ein wenig Glück ist dieser Fauxpas bis zur nächsten Weihnachtsfeier dann auch wieder vergessen. (haa, DER STANDARD, 30.11./1.12.2013)
  • Auch das Outfit, in dem man antanzt, sollte überlegt sein.
    foto: istockphoto.com / fotoimperiya

    Auch das Outfit, in dem man antanzt, sollte überlegt sein.

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