Keltenkreuz und Reichskriegsflagge

In Porto sah man im Austria-Fansektor wieder rechte Symbolik - Austria-Vorstand Kraetschmer: "verabscheuungswürdig"

Und täglich grüßt das Keltenkreuz. Zumindest bei den auswärtigen Auftritten der Wiener Austria in der Champions League. Zuletzt in Porto, zuvor in Madrid, jeweils in der ersten Reihe des Fansektors. Das Kreuz soll die "Vormachtstellung der weißen Rasse" symbolisieren. Es ist eines der gebräuchlichsten rechtsextremen Zeichen. Und einem Verein, der in seinem Leitbild Weltoffenheit und Toleranz verankert hat, freilich ein Dorn im Auge. "Verabscheuungswürdig", sagt Austria-Vorstand Markus Kraetschmer im Gespräch mit derStandard.at.

Reichskriegsflagge mit Vereinslogo

Im Estadio do Dragão war neben dem Keltenkreuz auch ein in seiner Gestaltung stark an die Reichskriegsflagge angelehntes Transparent des Fanklubs "Unsterblich Wien" zu sehen. Auch dieses Plakat ist bereits bekannt, die Flagge steht ebenso auf der Liste der in der Generali-Arena verbotenen Symbole. Und ebendort taucht es auch nicht mehr auf. Auswärts fehlt dem Verein hingegen die Handhabe, dort müssen die Gastgeber von ihrem Hausrecht Gebrauch machen.

Kontakt zu UEFA und Porto vor dem Spiel

So wurde laut Austria schon vor dem Spiel in Portugal der Kontakt zur UEFA und dem FC Porto gesucht, Fotos der unerwünschten Banner überliefert. Die Plakate konnten aber trotzdem ins Stadion geschleust werden. Während des Spiels wurde viel diskutiert, aber nicht eingegriffen, um eine Eskalation zu verhindern. Der Einschätzung der Polizei zufolge befanden sich auch einige gewaltbereite Real-Madrid-Fans der rechtsextremen Gruppierung "Ultra Sur" im Sektor.

Auch markenrechtlich relevant

Das in der Reichskriegsflagge aufscheinende FAK-Logo eröffnet aber auch andere Möglichkeiten. "Der Markeninhaber kann sich gegen die Nutzung der Marke wehren, wenn diese den Ruf der Marke schädigt", sagt Markenrechtsexperte Dr. Georg Kresbach von der Wiener Anwaltskanzlei Wolf Theiss zu derStandard.at. Einer Klage auf Unterlassung räumt der Anwalt gute Chancen ein. Eine Option, die sich Kraetschmer derweil noch offen lässt: "Dies ist eine Möglichkeit, allerdings würden sich die Betroffenen davon kaum abschrecken lassen. Zunächst wollen wir weiter versuchen, die Verantwortlichen von den Stadien fernzuhalten."

Strengere Konsequenzen

Ein Vorhaben, das in Österreich durch Haus- und österreichweite Stadionverbote zum Teil bereits erfolgreich umgesetzt wird. In Zukunft soll auch das versuchte Schmuggeln verbotener Objekte durch die Sicherheitskontrollen mit Hausverbot geahndet werden. Durch Fans verursachte Geldstrafen sollen zudem bei den Verursachern eingefordert werden. (Philip Bauer; derStandard.at; 29.11.2013)

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