Seit 2005 mehr als 850.000 Kinder vor HIV gerettet

29. November 2013, 11:17
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Während die Ansteckungen von Mutter zu Kind deutlich zurückgehen, steigen die Neuinfektionen bei Jugendlichen in ärmereren Ländern immer noch stark an

Bei der Vermeidung der HIV-Übertragung von Müttern auf Kinder konnten bedeutende Erfolge erzielt werden, wie der neue Unicef-Bericht "2013 Stocktaking Report on Children and AIDS" zeigt. Zwischen 2005 und 2012 wurden demnach 850.000 Kinder in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Durchschnittseinkommen vor einer Infektion bewahrt.

Mehr Todesfälle bei Jugendlichen

Alarmierend sind hingegen die Zahlen der infizierten Jugendlichen. Die Aids-bedingten Todesfälle unter den Zehn- bis 19-Jährigen nahmen zwischen 2005 und 2012 um mehr als die Hälfte von 71.000 auf 110.000 Fälle zu. Die Zahl der mit dem HI-Virus infizierten Jugendlichen lag 2012 bei geschätzten 2,1 Millionen. Ein Beleg dafür, dass die globalen und nationalen Bemühungen im Kampf gegen Aids bei dieser Altersgruppe dringend verstärkt werden müssen, so Unicef.

"Wenn wirkungsvolle Interventionen verstärkt werden, indem ein integrativer Ansatz verwendet wird, können wir die Zahl der Neuinfektionen unter Jugendlichen bis 2020 halbieren", so Unicef-Direktor Anthony Lake. Es gehe darum, die besonders gefährdeten Jugendlichen mit effektiven Programmen so schnell wie möglich zu erreichen.

Ein solcher Ansatz beinhaltet Maßnahmen wie Kondome, antiretrovirale Behandlungen, die Vermeidung von Mutter-Kind-Übertragungen, Aufklärung über sichere Verhaltensweisen und gezieltes Vorgehen bei Risikogruppen. Aber auch in den Bereichen Bildung, Wohlfahrt und Gesundheitssystem muss mehr investiert werden.

Weniger Übertragungen durch die Mutter

Ganz im Gegensatz zu den besorgniserregenden Entwicklungen bei den Jugendlichen konnten bei einer anderen Altersgruppe große Fortschritte erzielt werden. Waren es im Jahr 2005 noch 540.000 Neuinfektionen von Kindern unter 14 Jahren, so waren es 2012 nur mehr 260.000.

Dank einer neuen, einfacheren, lebenslangen antiretroviralen Therapie können HIV-infizierte Frauen nun effektiver behandelt und das Risiko der Übertragung des Virus auf die Kinder durch Schwangerschaft, Geburt und Stillen gesenkt werden."Heute bedeutet eine HIV-Infektion der Mutter nicht mehr zwangsläufig, dass auch ihr Kind dieses Schicksal teilen muss. Und es bedeutet auch nicht mehr, dass sie selbst kein gesundes Leben führen kann", so Lake.

Weniger Infektionen in Afrika

Einige der größten Erfolge konnten in jenen Ländern Afrikas südlich der Sahara erzielt werden, die besonders unter HIV leiden. Zwischen 2009 und 2012 konnte die Zahl der Neuinfektionen von Kindern in Ghana um 76 Prozent, in Namibia um 58 Prozent, in Zimbabwe um 55 Prozent, in Malawi und Botswana um 52 Prozent und in Sambia und Namibia um 50 Prozent gesenkt werden.

Der Bericht zeigt aber auch auf, dass mehr Kinder Zugang zu einer antiretroviralen Therapie erhalten müssen, damit eine Aids-freie Generation Wirklichkeit werden kann. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen erhielten 2012 im Schnitt nur 34 Prozent der HIV-infizierten Kinder die Behandlung, die sie brauchten. Unter den Erwachsenen waren es 64 Prozent. Als Folge davon starben im Jahr 2012 etwa 210.000 Kinder an Erkrankungen im Zusammenhang mit Aids.

Innovationen und neue Arbeitsweisen machen HIV-Tests und Therapien einfacher zugänglich, effektiver und effizienter. Beispielsweise können durch die Verwendung von Mobiltelefonen in Sambia und Malawi die Ergebnisse der Tests nun rascher übermittelt werden. Auf diese Weise erhalten Mütter die Diagnosen für ihre Kinder deutlich schneller als zuvor. (APA, derStandard.at, 29.11.2013)

  • Vor allem bei Kindern und Jugendlichen in Afrika südlich der Sahara ist HIV immer noch ein großes Problem.
    foto: cristina vazquez epa

    Vor allem bei Kindern und Jugendlichen in Afrika südlich der Sahara ist HIV immer noch ein großes Problem.

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