Mit dem Segelboot von Griechenland nach Malta, Lampedusa und Sizilien

Blog29. November 2013, 17:47
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Vier Wiener Filmemacher brechen am Sonntag zu einer Expedition auf - Hintergrund des Trips: die Flüchtlingspolitik der EU

Magellan hat mit seinem Bestreben auf einem westlichen Kurs einen Seeweg zu den Gewürzinseln zu finden endgültig bewiesen, dass die Erde rund ist. Urlaubsfahrt war das keine.


Die "Europa" vor Anker in den Strofaden, während des Projekts "Griechenland Blüht", 2012.

Am Sonntag brechen wir zu einer Expedition auf, die uns von Griechenland nach Malta, Lampedusa und Sizilien führen wird.  Dabei reisen auch wir mit dem Schiff, besser gesagt mit einem 20 Jahre alten Segelboot. Nicht gerade die typische Jahreszeit, um so einen Trip zu machen, aber wir fahren ja auch nicht auf Urlaub. 

Keine Bewegung beim EU-Gipfel

Die Entscheidung dieses Projekt doch und vor allem jetzt zu realisieren fiel vor knapp zwei Wochen. Auslöser war jene Mitteilung vom letzten EU-Gipfel Ende Oktober, in der es hieß, dass die Staats- und Regierungschefs ihre "Migrationspolitik auf der europäischen Ebene" nach den Tragödien von Malta und Lampedusa wohl nicht verändern würden.

Während die national ausgerichtete Politik am Kontinent froh ist, dass sie das Problem der Migration und des Asyls auf die Inseln weit draussen abschieben und damit aus dem Blickfeld verbannen kann, ist es eine vergleichsweise winzige Gruppe von europäischen Mitbürgern, welche am äußeren Rand des vollen Tellers Europa lebt und damit allein zurecht kommen muß.

Auf Augenhöhe

Im Stil einer "Expedition" werden wir den politischen und gesellschaftlichen Aspekten vor Ort auf den Grund gehen, werden Nachschau halten, wie es sich auf den Inseln im Winter so lebt, zwischen Flüchtlingslagern, Fischerbooten und Frontex. Wir nähern uns den Inseln und ihren Bewohnern vom Norden, aus dem Inneren der EU, vor allem aber auf Augenhöhe. Wir werden an den Rand unserer heilen Welt vordringen und sprichwörtlich an die Grenzen der Europäischen Union stossen und Flagge zeigen.  

Fünf Wochen werden wir unterwegs sein, Weihnachten auf Lampedusa und den Jahreswechsel in Agrigent feiern und einen Dokumentarfilm herstellen. Unsere Expedition sucht die Emotionen, Befindlichkeiten, Freuden, Sorgen und Wünsche jener, welche in der Grauzone des äusseren Randes Europas leben und wird beweisen, dass Malta, Lampedusa und Sizilien längst keine Inseln mehr sind. Und wer weiß, vielleicht finden auch wir einen neuen Seeweg - nach Europa?

Lesestoff von unterwegs

Zweimal pro Woche darf ich hier den Lesern eine hoffentlich abenteuerliche Mischung aus Politischem, Kulinarischem, Gesellschaftlichem und Persönlichem kredenzen, Bilder und Videos zeigen und weder ausgewogen noch objektiv berichten, sondern vielmehr Gedanken, Gefühle, Begegnungen und Erlebnisse wiedergeben. (Fabian Eder, derStandard.at, 29.11.2013)

Reisedaten:

  • Abreise von Wien am 1.12.2013
  • Ab 4.12. ab Messolonghi / Griechenland nach Valetta / Malta
  • ca. 9.12. - 16.12.2013 Malta
  • ca. 20.12. - 27.12.2013 Lampedusa
  • ca. 29.12. - 4.1.2014 Agrigent, Sizilien

Links:

no-island.eu
keine-insel.eu

  • Unterwegs: Autor und Filmemacher Fabian Eder mit seinen Kollegen ...
    foto: privat

    Unterwegs: Autor und Filmemacher Fabian Eder mit seinen Kollegen ...

  • ... Matias Lackner ...
    foto: privat

    ... Matias Lackner ...

  • ... Christoph Grasser ...
    foto: privat

    ... Christoph Grasser ...

  • ... Marcus Schindler-Strauss.
    foto: privat

    ... Marcus Schindler-Strauss.

  • Katharina Stemberger betreibt das Projekt "Keine Insel" in Wien und hat dieses zusammen mit Fabian Eder initiiert. Gemeinsam produzieren sie auch den gleichnamigen Dokumentarfilm.
    foto: privat

    Katharina Stemberger betreibt das Projekt "Keine Insel" in Wien und hat dieses zusammen mit Fabian Eder initiiert. Gemeinsam produzieren sie auch den gleichnamigen Dokumentarfilm.

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