Die Kärntner Nockberge für Frühaufsteher

1. Dezember 2013, 17:26
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Sascha Aumüller hat herausgefunden, warum man in den Kärntner Nockbergen unbedingt Frühaufsteher sein sollte

Erstens: Weil einen die Familie Aschbacher seit acht Generationen mit demselben Weckruf sowieso aus den Federn jagt. Ihr schallendes "Bådn!" ist für die Nockberge das, was der Jedermann-Ruf für den Salzburger Domplatz darstellt: eine keinesfalls zu hinterfragende Tradition. Im Karlbad, dem letzten Bauernbad dieser Art in den Ostalpen, geht's stets zu goldner Morgenstund direkt aus den warmen Bettlein der sieben Gästezimmer in die noch wärmere Schwitzkammer. In feschen Lärchenholztrögen, bedeckt mit 40 Grad warmem Wasser, dampfen die Kurgäste dann eine dreiviertel Stunde lang. Das gehört dort so - seit über 300 Jahren.

Zweitens: Weil es in den Nockbergen unklug ist, zu spät mit seinen Schneeschuhen loszustapfen. Gute zwei Stunden braucht man halt doch bis zur Feldpannalm - und einen Wirt, der mit einem Wildragout als "Jause" aufwartet, lässt man nicht warten.

Drittens: Weil der Mann auf dem Foto unten Franz Klammer und ebenfalls Frühaufsteher ist. Am 3. Dezember wird der frühere Skirennläufer 60. Das hält ihn nicht davon ab, als Skiguide aktiver denn je zu sein: Am 5. und 21. Jänner sowie am 4. und 25. Februar 2014 wartet Herr Klammer bereits um 6 Uhr 30 vor der Talstation der Kaiserburgbahn in Bad Kleinkirchheim. Er will ja anderen Frühaufstehern beim Skifahren zeigen, wie schön ruhig die Pisten in den Nockbergen um diese Zeit sein können. (Sascha Aumüller, DER STANDARD, Rondo, 29.11.2013)

  • Franz Klammer ist ebenfalls Frühaufsteher.
    foto: daniel gollner

    Franz Klammer ist ebenfalls Frühaufsteher.

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