Mobiler Toilettenstuhl erleichtert Alten- und Krankenpflege

27. November 2013, 17:38
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Toilettenstuhl, Transferstuhl, Duschstuhl und Aufstehhilfe - eine steirische Firma entwickelte eine vielseitige Alltagshilfe

Allein in Österreich sind derzeit mehr als 1,5 Mio. Menschen über 65 Jahre alt, 2030 sollen es bereits 2,2 Millionen sein. In Zusammenarbeit mit der TU Wien und fünf Partnerfirmen entwickelte das steirische Unternehmen "S³ Styrian Sanitary Systems" einen mobilen Toilettenstuhl mit Aufstehhilfe, der dem Pflegepersonal die Arbeit erleichtern und den Patienten zu mehr Autonomie verhelfen soll. Die EU unterstützt das Projekt.

Vielfältige Verwendung

Bei dem mobilen Toilettenstuhl mit Aufstehfunktion (MTS) handelt es sich um eine Art Rollstuhl aus Edelstahl, der Menschen, denen das Stehen und Gehen schwerfällt, die Körperpflege erleichtert. Das sanitäre Modul kann als mobile Toilette, als Transferstuhl von A nach B, als Duschstuhl oder als Aufstehhilfe eingesetzt werden.

Das Modul wird elektrisch betrieben und ist absolut wasserdicht. Die Steuerung der Aufstehhilfe befindet sich in einem der Griffe und kann entweder direkt vom Patienten oder mittels einer Fernsteuerung vom Pflegepersonal bedient werden.

Mobile Bett-Dusche

Neben der Entwicklung und Markteinführung des MTS wurde auch die Entwicklung eines sogenannten Duschsystems auf den Weg gebracht: Wenn Menschen infolge einer Pflegebedürftigkeit oder Behinderung den Weg ins Badezimmer auch mit Hilfe nicht mehr schaffen, müssen Toilette und Dusche eben zu ihnen kommen.

Dazu wurde eine mobile Bett-Dusche entwickelt, um immobile Personen zu waschen, ohne dass dabei Wasser auf das Bett oder den Boden gelangen kann. Alle Arbeitsabläufe – wie Wasser nachfüllen und erwärmen, die Abwasserentsorgung und das Aufladen der Batterie – werden automatisch durchgeführt, sobald die mobilen Systeme an einer zentralen Ladestation angeschlossen werden.

Positives Feedback zum Produkt gab es bereits von Krankenschwestern und Pflegern eines Rehabilitationszentrums in Niederösterreich, die den Prototyp der Bett-Dusche unter Laborbedingungen testeten: "Das ist genau das, was wir brauchen. Die Bett-Dusche ist für uns eine enorme Erleichterung bei den bisher körperlich belastenden Pflegeabläufen im Bereich der persönlichen Hygiene." (red, derStandard.at, 27.11.2013) 

  • Der neue MTS könnte immobilen Patienten wieder ein Stück Selbstständigkeit zurückgeben.
    foto: santis kft

    Der neue MTS könnte immobilen Patienten wieder ein Stück Selbstständigkeit zurückgeben.

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