"Jeune & jolie": Seltsame Vorlieben einer 17-Jährigen

27. November 2013, 18:43
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François Ozon macht kein großes Aufsehen um die selbstgewählte Prostitution seiner Protagonistin

Mit Moralisieren hatte der Franzose François Ozon noch nie viel am Hut. So mag man es als Stärke seines neuen Films Jeune & jolie (Jung & schön) sehen, dass er um den Weg der 17-jährigen Isabelle in die selbstgewählte Prostitution kein großes Aufsehen macht. Die Aufregung obliegt allein den Eltern, sobald sie die Vorliebe ihrer Tochter einmal herausgefunden haben.

Mit dem ehemaligen Model Marine Vacth hat Ozon eine Hauptdarstellerin gefunden, die seiner Neovariante von Belle de jour in ihrer indifferenten Schönheit perfekt entspricht. Der Film verhält sich wie eine klinische Verhaltensstudie, deren visuelle Oberflächen sich dem Sujet kokett anschmiegen, anstatt es zu ergründen. Dadurch bleibt Jeune & jolie, so versiert er stellenweise auch erscheint, ein ambivalentes Unterfangen - nicht an Empörung mangelt es diesem Film, sondern am Willen, über das Offensichtliche hinauszugehen. (kam, DER STANDARD, 28.11.2013)

  • Isabelle (Marine Vacth) geht anschaffen: François Ozon schaut ihr in "Jeune & jolie" dabei zu.
    foto: filmladen

    Isabelle (Marine Vacth) geht anschaffen: François Ozon schaut ihr in "Jeune & jolie" dabei zu.

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