Silicon Valley: Die Angst vor der nächsten Blase

27. November 2013, 09:52
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Viele fürchten sich ob der immensen Beträge, die in Unternehmen ohne Geschäftsmodelle gesteckt werden

Bei vielen Angeboten, die Startups in Silicon Valley bekommen und ablehnen, schüttelt so manch ein Investor den Kopf. Deals, die Generationen ohne Geldsorgen aufwachsen lassen könnten, werden einfach unberücksichtigt fallengelassen. "Immer mehr und mehr fühlt es sich an wie 1999", schrieb der Investor Bill Gurley im Mai auf Twitter.

Große Investitionen

Gurleys Unternehmen Benchmark investierte kurz davor 13,5 Millionen Dollar in Snapchat. Hätte Snapchat das Angebot von Facebook angenommen, hätte sich die Investition von Benchmark vervierzigfacht – in weniger als einem Jahr. Davon können viele Investoren nur träumen.

Benchmark hat aber nicht nur in Snapchat investiert, sondern auch in einige andere Unternehmen, darutner Instagram, Uber, Twitter und viele mehr. Zehn dieser Unternehmen sind in den letzten zwei Jahren an die Börse gegangen, einige andere sollen bald folgen.

Angst und Gier

Dass eine Blase wie 1999 bzw. 2000 platzen könnte, daran glaubt in Silicon Valley aber nicht jeder. Dass sich etwas ändern wird hingegen schon. "Booms werden meist von Pleiten gefolgt", schreibt die "New York Times". Der Antriebsmotor für das Geschäftsleben in Silicon Valley sei entweder Angst oder Gier, meint der Investor Josh Green. Im Moment sei die Gier ganz weit oben.

Die Kosten sinken

Wer nicht daran glaubt, meint, dass diese Phase in Silicon Valley schon seit geraumer Zeit herrscht. Das würde die Menschen ziemlich nervös machen, sagt der CEO von Yelp. Geld von Venture Capitals ist seit 2011 deutlich weniger geworden – und ist auch in der ersten Jahreshälfte 2013 weiter gesunken. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass man heute weniger Geld für den Start eines Unternehmens braucht als noch vor einigen Jahren. Große Investitionen werden am Anfang immer seltener gebraucht. Doch der Trend geht dennoch wieder in die andere Richtung.

Viel Geld für wenig

Im letzten halben Jahr sollen die Investments wieder ordentlich gestiegen sein – um satte 17 Prozent im Vergleich zu 2012. Es gibt viele Möglichkeiten für Investoren, ihr Geld anzulegen. Dabei spielen nicht die Multimilliarden-Konzerne die größte Rolle, sondern die Multimillionen-Konzerne, von denen es in Silicon Valley etliche gibt. Jeder will ein Stück des großen Silicon-Valley-Kuchens. Es wird immer mehr und immer mehr Geld gescheffelt, um es irgendwo unterzubringen. Das macht vielen Angst, vor allem, weil es so beginnt wie 1999: Eine Menge Geld wird in Unternehmen gesteckt, die nicht einmal ein Geschäftsmodell, geschweige denn Umsatz vorweisen können. (red, derStandard.at, 27.11.2013)

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    In Silicon Valley sind einige ob der massiven Investments nervös

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