Ein aufblasbares Krankenhaus für die Bewohner von Tacloban

Ansichtssache27. November 2013, 09:44
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Ärzte ohne Grenzen können dort stationäre medizinische Versorgung leisten und chirurgische Eingriffe vornehmen

Ein Team der internationalen medizinischen Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat diese Woche den Aufbau eines aufblasbaren Krankenhauses auf dem Gelände des Bethany-Krankenhauses in der Stadt Tacloban fertiggestellt. Das Krankenhaus besteht aus vier aufblasbaren Zelten mit je 100 Quadratmetern Grundfläche und einem fünften Zelt mit 45 Quadratmetern. Es beherbergt eine Notaufnahme, einen Raum zur Wundversorgung, eine Apotheke und bis zu 45 Betten.

Zusätzliche Versorgung wird innerhalb des Bethany-Krankenhauses geleistet werden, sobald Reparaturarbeiten abgeschlossen sind. "Wir haben gemeinsam mit philippinischen und internationalen Helfern die ganze Nacht in strömendem Regen schwer gearbeitet, damit das Krankenhaus heute früh fertig ist", sagt Yann Libessart vom Noteinsatz-Team in Tacloban. Das Grundstück vorzubereiten und das Krankenhaus aufzustellen sei eine enorme logistische Herausforderung gewesen. Erst mussten Hof und Außenbereich des Krankenhauses vom Schutt gesäubert werden.

Die im aufblasbaren Krankenhaus stationierten medizinischen Teams von Ärzte ohne Grenzen werden auch die wenigen Krankenhäuser in Tacloban unterstützen, die noch in Betrieb sind. Sie sind darauf eingerichtet, einen Teil der Arbeit der ersten Hilfsteams zu übernehmen, die im Katastrophengebiet waren – darunter Soldaten, die sich jetzt nach und nach aus der Stadt zurückziehen. "Unser Ziel ist es, das Gesundheitssystem in der Region zu unterstützen, bis es zur Normalität zurückgekehrt ist", sagt Laurent Sury, Koordinator des Noteinsatzes.

Notzelt war bereits auf Haiti im Einsatz

Das freistehende aufblasbare Krankenhaus wurde entwickelt, damit Notfallteams nach Naturkatastrophen schnell helfen können. Das aufblasbare Krankenhaus wurde auch schon nach den Erdbeben in Pakistan 2005 und in Haiti 2010 verwendet. Ärzte ohne Grenzen hat 192 internationale Mitarbeiter auf den Philippinen, die in einem Dutzend Städten und Dörfern auf den am stärksten vom Taifun betroffenen Inseln Leyte, Samar und Panay medizinische und humanitäre Hilfe leisten.

Link:
Ärzte ohne Grenzen

foto: yann libessart/msf
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