Die Masche macht's: Krabbennetze im Test

30. November 2013, 18:05
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Deutsche Forscher vermessen die Ausbeute hunderter Fänge, um die ökologisch und ökonomisch günstigste Netzform zu finden

Braunschweig - Beifang ist ein großes ökologisches Folgeproblem großmaßstäblich betriebener Fischerei. Laufend bleiben zahllose Tiere in Netzen hängen, die niemand fangen wollte: Entweder weil sie zur falschen Spezies gehören oder weil sie noch zu jung und daher zu klein sind, um verwertet werden zu können. Der Großteil davon wird zurückgeworfen - häufig allerdings tot oder schwer verletzt.

Nicht nur Umweltschützer, sondern auch die Fischer selbst sind daran interessiert, unerwünschten Beifang zu minimieren. Mit 1,1 Millionen Euro unterstützen daher der Europäische Fischereifonds und die deutschen Küstenländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein das Projekt "CRANNET – Optimierte Netz-Steerte für eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Garnelenfischerei in der Nordsee". Wissenschafter des Johann Heinrich von Thünen-Instituts und der Universität Hamburg untersuchen darin, wie sich Maschenformen und Maschenweiten auf die Fangzusammensetzung in Krabbennetzen auswirken.

Mit größeren Maschenweiten als bislang üblich sollen nicht nur die Rückwürfe an Nordseegarnelen deutlich verringert werden. Die Wissenschafter erwarten auch geringere Beifänge an kleinen Fischen und Wirbellosen aller Art. An Bord des Fischereiforschungsschiffes SOLEA müssen die Wissenschafler zunächst Hunderte von Fängen aufarbeiten. Dazu wiegen, zählen und messen sie die gefangenen Fische und Garnelen. An Land werden die Fänge dann im Detail mit elektronischer Bildverarbeitung vermessen. Das ist notwendig, um auch feine Unterschiede zwischen Maschenweiten und -typen herauszuarbeiten. Den Abschluss der Forschungsarbeiten werden praxisnahe Tests an Bord von kommerziellen Kuttern im Jahr 2014 bilden. (red, derStandard.at, 30. 11. 2013)

 

 

  • Netzmuster mit verschiedenen Maschenweiten und -typen: Wissenschafter testen, welche Variante ökologisch und ökonomisch am besten geeignet ist.
    foto: thünen-institut

    Netzmuster mit verschiedenen Maschenweiten und -typen: Wissenschafter testen, welche Variante ökologisch und ökonomisch am besten geeignet ist.

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