Xbox One: Microsoft sperrt wegen Kraftausdrücken Apps und Spieledienste für User

26. November 2013, 11:43
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Schärfere Kontrolle bei Skype und Upload Studio soll "sichere Umgebung" gewährleisten

Einige Erstkäufer der Xbox One melden, dass sie nach dem Gebrauch von Kraftausdrücken vorübergehend aus Upload Studio und infolge dessen auch aus dem Chatdienst Skype ausgeschlossen wurden. Upload Studio lässt Spielausschnitte aufzeichnen und per Kinect kommentieren. Microsoft zufolge sei dies auf ein strengeres Moderationsverfahren für die Inhalte der Spielkonsole und des Online-Netzwerks Xbox Live zurückzuführen. Gleichzeitig behauptet der Konzern jedoch, dass keine Kommunikationsdaten zwischen Usern überwacht werden.

Kontrovers

Ein Mitglied des Xbox-Forums schreibt etwa, dass es nach dem Upload eines Spielvideos gesperrt wurde. Merkwürdig daran sei jedoch, dass Microsoft offenbar kein Problem mit den eigentlichen Spielinhalten hat - selbst wenn darin geschimpft oder getötet wird -, hingegen Schimpfwörter von Spielern nicht zulässt. Ein Reddit-User wiederum schreibt, dass ihm nach einem ähnlichen Vorfall die Möglichkeit genommen wurde, Videos mit Kinect zu kommentieren und Chats über Skype durchzuführen. Nach einem Gespräch mit dem Kundendienst wurde seine Sperre allerdings wieder aufgehoben, wenngleich der Zugang zum Chatprogramm Skype weiterhin verhindert wurde.

"Exzessives Schimpfen und andere Verstöße gegen die Nutzungsrichtlinien werden geahndet. Bei Xbox One haben wir ein fortschrittlicheres System zur Durchsetzung. Wenn sich jemand schlecht benimmt, können wir einige der Privilegien in Xbox Live einschränken, etwa den Zugang zu bestimmten Apps und Features blockieren", heißt es in einer Stellungnahme Microsofts gegenüber Eurogamer. "Wir sind darauf bedacht, eine sicheres und angenehmes Erlebnis für all unsere Xbox-Live-Mitglieder zu gewährleisten." Kunden berichten von einer Sperrzeit von 24 Stunden.

Kommunikation nicht überwacht

Dass User aus Skype ausgesperrt werden, bedeute laut Microsoft allerdings nicht, dass Kommunikationsdaten zwischen Spielern überwacht werden. "Um es klarzustellen, das Xbox Live Policy & Enforcement-Team überwacht keine Peer-to-Peer-Kommunikation wie Skype-Chats und -Anrufe. Wir nehmen die Moderation von Upload Studio sehr ernst. Die Teams überprüfen jeden Clip, der (auf Xbox Live) hochgeladen wird, und helfen dabei, eine sichere und lustige Umgebung für alle Anwender bereitzustellen", heißt es seitens des Konzerns.

Moderation bei Nintendo und Sony

Ähnliche Moderationsmaßnahmen ergreift auch Nintendo bei seinem Spielernetzwerk Miiverse für Wii U, allerdings greift der Hersteller dabei nicht in Systemanwendungen der User ein. Sony ermöglicht bei der PlayStation 4 (PS4) ebenfalls Videomitschnitte und sogar Live-Streams von Spielesessions. Aufgenommene Videoclips kann man allerdings nicht kommentieren, Streams hingegen schon. Bei den Live-Streams übernehmen die Service-Partner U-Stream und Twitch die Moderation, bei Letzterem ist es unter anderem verboten, Streams abseits von Spielinhalten zu senden. In Systemanwendungen greift Sony wie auch Nintendo nicht ein. (zw, derStandard.at, 26.11.2013)  

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Eurogamer

  • Strenge Verhaltensregeln für Xbox-One-User.
    foto: reuters

    Strenge Verhaltensregeln für Xbox-One-User.

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