Zinsen für den Yen bleiben bei null

14. August 2003, 19:01
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Euro verliert gegenüber Japans Währung

Tokio - Gemischte Nachrichten für heimische Häuslbauer, die Fremdwährungskredite in Yen halten. Zuerst die gute: Die Bank von Japan (BoJ) hat Freitag ihre Geldpolitik erwartungsgemäß unverändert gelassen. Damit bleibt die Notenbank bei ihrer De-dacto-Nullzinspolitik. Die Leitzinsen in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft liegen seit Jahren nahe null Prozent.

Nach zweitägigen Beratungen teilte die BoJ mit, das Ziel für die Höhe der Bankreserven bei der Zentralbanke bleibe bei 27 bis 30 Bio. Yen. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen. Die BoJ hat wiederholt angedeutet, sie werde erst von ihrer lockeren Geldpolitik abrücken, wenn die seit Jahren anhaltende Deflation in Japan beendet sei. Die Märkte hatten mit einer Beibehaltung der bisherigen Geldpolitik gerechnet und reagierten kaum auf die Entscheidung.

Kursgewinne geschmälert

Dafür schmälern sich derzeit die Kursgewinne, die Yen-Kreditinhaber aufgrund des hohen Eurokurses gegenüber der japanischen Währung verbuchen konnten: In Erwartung eines kräftigen Kapitalflusses nach Japan in der kommenden Woche hat der Yen am Freitag im Mittelpunkt des Devisenhandels gestanden, wobei der Euro gegenüber dem Yen ein Wochentief von 134,70 Yen erreichte.

In der kommenden Woche werden Kuponzahlungen und Auszahlungen von US-Staatsanleihen über rund 75 Mrd. US-Dollar fällig. Da japanische Investoren große Anteile an diesen Papieren halten, wird angenommen, dass ein Teil des japanischen Kapitals in den Yen zurückfließen wird. Am Devisenmarkt wurde diese Bewegung am Freitag teilweise vorweggenommen. (Reuters, Der Standard, Printausgabe, 09.08.2003)

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