Deutsche Telekom im zweiten Quartal voraussichtlich mit Verlust

14. August 2003, 07:57
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Am Donnerstag werden Quartalszahlen vorgelegt - Fürs Gesamtjahr "schwarze Null" angestrebt

Die Deutsche Telekom hat nach Einschätzung von Analysten an die außergewöhnlich gute Geschäftsentwicklung des ersten Quartals in den Monaten April bis Juni nicht anknüpfen können. Analysten rechnen im Durchschnitt zwar mit einer deutlichen Verbesserung von Umsatz, operativem Ergebnis (Ebitda) und Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Jedoch wird der größte europäische Telekom-Konzern bei den maßgeblichen Kennziffern hinter das ertrags- und umsatzstarke ersten Vierteljahr des laufenden Geschäftsjahres zurückfallen.

Leicht in die Verlustzone gerutscht

Die Nettoverschuldung wird den Experten zufolge nahezu die zum Jahresende angestrebte Obergrenze von knapp 53 Mrd. Euro erreicht haben. Unter dem Strich wird die Telekom im zweiten Quartal wieder leicht in die Verlustzone gerutscht sein und dürfte einen Konzernverlust von 27 Mio. Euro erzielt haben.

Im ersten Vierteljahr 2003 hatte die Telekom erstmals nach sechs äußerst verlustreichen Quartalen auf Grund von Steuerveränderungen wieder einen Nettogewinn ausgewiesen. Für das zweite Quartal kalkulieren die Analysten einen hohen Schätzfehler auf Grund unklarer Steuerzahlungen und möglicher Buchgewinne ein, so dass sie das Konzernergebnis in einer breiten Spanne von minus 700 Mio. bis plus 667 Mio. Euro erwarten.

Negativ

Im Vergleich zum Jahresbeginn hat sich nach Einschätzung der Analysten unter anderem die schwache inländische Konjunkturlage negativ auf das Geschäft der Telekom ausgewirkt. Des weiteren wird mit Einbußen im internationalen Geschäft in Folge des schwachen Dollarkurses und durch den Verkauf der restlichen Kabelaktivitäten sowie von Mobilfunkbeteiligungen gerechnet.

Die Gesamtjahresprognose sehen die Analysten dadurch allerdings noch nicht bedroht. Für das Gesamtjahr will die Telekom ein positives Konzernergebnis ("schwarze Null") ausweisen und ein Ebitda (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) zwischen 17,2 bis 17,7 Mrd. Euro erwirtschaften. Die Nettoschulden sollen höchstens dreimal so hoch wie das Ebitda ausfallen, um die gegenwärtigen Bonitätsbewertungen der Ratingagenturen zu halten. Das Erreichen der Zielmarke gilt bei den Analysten als gesichert.

Tacheles

Die Telekom wird ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2003 am 14. August veröffentlichen. Die von der Telekom kontrollierte Internet-Tochter T-Online wird ihre Quartalszahlen bereits am 12. August bekannt geben. (APA/Reuters)

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