Vegetarische Kost hilft Rheuma-Patienten

13. August 2003, 12:36
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Schwellungen und Schmerzen gehen zurück - Medikamente können reduziert werden

Bonn - Eine weitgehend vegetarische Ernährung kann die Beschwerden bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen deutlich lindern. Die Patienten sollten fette Fleisch- und Wurstsorten meiden und dafür viel Gemüse, Obst, Milchprodukte und zwei Mal pro Woche Seefisch essen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Schwellungen, Überwärmung und Schmerzen könnten so vermindert werden, und zugleich lasse sich auch der Einsatz von Medikamenten reduzieren.

Nach Schätzungen der Deutschen Rheuma-Liga sind mindestens 15 Prozent der Bevölkerung einmal im Jahr wegen rheumatischer Beschwerden in ärztlicher Behandlung. Rheuma gilt als Sammelbegriff für entzündliche und degenerative Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Zu den klassischen Symptomen zählen andauernde oder wiederholt auftretende Schmerzen in Gelenken, Knochen, Sehnen, Muskeln, Wirbelsäule oder Weichteilen.

Die Entzündungen werden nach Angaben der Experten durch hormonähnliche Substanzen wie Eicosanoide und Cytokine gesteuert. Vor allem Eicosanoide spielen eine wichtige Rolle bei der Gelenkentzündung, da sie Schmerzen, Schwellungen und Überwärmung verursachen. Diese Stoffe werden aus Arachidonsäure gebildet, die laut DGE nur im menschlichen und tierischen Organismus vorkommt, nicht aber in pflanzlichen Lebensmitteln. Je weniger Arachidonsäure also mit der Nahrung aufgenommen werden, umso weniger entzündungsfördernde Eicosanoide werden im Körper gebildet.

Besonders reich an Arachidonsäure sind nach Angaben der Ernährungsexperten Schweineschmalz mit 1.700 Milligramm pro 100 Gramm Lebensmittel, Schweineleber mit 870, Eigelb mit 300 und Leberwurst mit 230 Milligramm. Eine so genannte laktovegetabile Ernährung sei dagegen arm an Arachidonsäure. Diese Kost habe sich in zahlreichen Studien als hilfreich erwiesen, betont die DGE. Zudem sollte die Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren sein, denn diese könnten die Bildung der Eicosanoide zusätzlich verhindern. Besonders viele Omega-3-Fettsäuren enthalten den Angaben zufolge Fisch-, Soja-, Raps-, Walnuss- und Leinöl. (APA/AP)

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