Neue Studie: Arme Pensionisten häufiger krank

10. August 2003, 21:35
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Armutskonferenz fordert: "In Gesundheitspolitik mehr Augenmerk auf Einkommenssituation legen"

Linz - Ältere Menschen mit geringer Pension werden häufiger krank - je bescheidener die finanziellen Verhältnisse sind, desto schlechter ist der Gesundheitszustand bei Pensionisten. Dies sind die Ergebnisse einer Studie mit dem Titel "Pensionsbezieher und Umgang mit Krankheit". Durchgeführt hat diese Umfrage Monika Wukounig, Studentin des Institutes für Gesellschafts- und Sozialpolitik an der Linzer Johannes Kepler Universität, in Zusammenarbeit mit der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse.

Die Untersuchung

In einer breit angelegten Untersuchung wurden insgesamt 1.382 per Zufall ausgewählte oberösterreichische Pensionisten zum Themenkomplex Krankheit befragt. Die Gewichtung richtete sich nach den Angaben zu Spitals- und Arztbesuchen, Medikamentenverbrauch und Fragen zur Einschätzung der eigenen Gesundheit. Bei einer Pensionshöhe von unter 730 Euro betrug der Anteil der Gesunden 58 Prozent, der leicht Erkrankten 36,2 und der Kranken 5,8 Prozent.

Die Ergebnisse

In der Gruppe der Bezieher von mehr als 1.451 Euro Pension waren 73,8 Prozent gesund, 25,3 Prozent leicht krank nur 0,9 Prozent krank. Über den insgesamt schlechtesten Gesundheitszustand verfügen laut Studie Pensionisten unter 50 Jahren. Dies zeige - so die Experten der Linzer Uni - dass die krankheitsbedingten Frühpensionierungen wegen geminderter Erwerbsfähigkeit entgegen einer vielfach geäußerten Vermutung offensichtlich doch in den meisten Fällen ihre Berechtigung haben.

Armutskonferenz zieht Schlüsse

Als Reaktion auf die Ergebnisse der Studie fordert nun die Organisation "Armutskonferenz" für die Zukunft auch ein verstärktes Augenmerk in der Gesundheitsprävention auf die Einkommenssituation. Ärmere müssen in ihren Selbsthilfepotenzialen und Ressourcen gestärkt werden, was auch Auswirkungen auf einen gesünderen Lebensstil hat. "Soziale Investitionen und Fairness sind eine gute Medizin", so die Armutskonferenz.(APA)

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Die Armutskonferenz im Netz

Die Arbeit von Monika Wukounig wurde in der Schriftenreihe Gesundheitswissenschaften der OÖ Gebietskrankenkasse und des Instituts für Gesellschafts- und Sozialpolitik der Universität Linz als "Gesundheitswissenschaften Paper Band 14" veröffentlicht ( € 7,50).

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