Altersarmut gefährdet Gesundheit

8. August 2003, 13:39
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PensionistInnen mit geringem Einkommen unterliegen einem höheren Krankheitsrisiko

Wien - "In der Gesundheitspolitik und Prävention muss mehr Augenmerk auf die Einkommenssituation gelegt werden", so das Ergebnis der Armutskonferenz aus der aktuellen Studie "PensionsbezieherInnen und Umgang mit Krankheit". "Eine Gesellschaft, die Arbeitslosigkeit hinnimmt, schlechte Wohnverhältnisse für Einkommensschwache zulässt , sehenden Auges die Altersarmut erhöht, gefährdet die Gesundheit", analysiert Sozialexperte Martin Schenk von der Armutskonferenz.

"Immer mehr Menschen sind trotz Erwerbsarbeit arm oder haben keine Chance am Arbeitsmarkt, viele Frauen leben aufgrund fehlender eigenständiger Existenzsicherung unter der Armutsgrenze. Wegen mangelnder Mindeststandards reichen soziale Leistungen, wie Kinderbetreuungs- oder Arbeitslosengeld nicht für das Notwendigste. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt weiter, aufgrund der sozialen Benachteiligung sind MigrantInnen überproportional von gesundheitlichen Problemen betroffen. Und jetzt droht sich durch die vorgelegten Pläne zur Pensionsreform die Zahl der Mindestrenter/innen massiv zu erhöhen", so Schenk weiter.

Das hohe Krankheitsrisiko Einkommensschächerer sei jedenfalls vermeidbar. Die Gesundheitsdienste müssten den Zugang, die Inanspruchnahme und die Qualität unabhängig von Einkommen und Herkunft gewährleisten. Die Ärmeren müssten in ihren Selbsthilfepotentialen und Ressourcen gestärkt werden, was auch Auswirkungen auf einen gesünderen Lebensstil hat. Und sozialer Polarisierung könnte entgegengetreten werden. Die Daten sprechen für sich: soziale Investitionen und Fairness sind eine gute Medizin. (red)

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  • Das hohe Krankheitsrisiko Einkommensschächerer wäre sicherlich vermeidbar, meinen die VertreterInnen der Armutskonferenz.
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    Das hohe Krankheitsrisiko Einkommensschächerer wäre sicherlich vermeidbar, meinen die VertreterInnen der Armutskonferenz.
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