Depressionen sind "weiblich"

18. August 2003, 11:21
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Frauen, Arbeitslose und ältere Personen am häufigsten betroffen

Linz - Frauen, ältere Menschen und Arbeitslose leiden anscheinend öfter unter Depressionen. Zumindest führen diese Bevölkerungsschichten laut einer von der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse durchgeführten Studie die so genannte Verschreibungsstatistik deutlich an.

Besonders auffallend ist auch, dass rund 50 Prozent der Betroffenen die Antidepressiva-Therapie vorzeitig abbrechen. Je nach Wirkstoff haben im untersuchten Zeitraum zwischen 43 und 55 Prozent der "NeueinsteigerInnen" unter den PatientInnen die Therapie nach der ersten Packung eingestellt.

Zunahme bei Frauen ansteigend

Die Studie untersuchte den Zeitraum zwischen dem zweiten Quartal 1998 und dem dritten Quartal 2001. In dieser Zeitspanne stiegen die Antidepressiva-Verordnung von 78.921 Packungen pro Quartal auf 103.693 Packungen an. Dies bedeutet einen Anstieg von 31,4 Prozent. Die Zunahme sei bei Frauen deutlich höher gewesen als bei Männern, so die Studie.

Auch die absoluten Zahlen würden zeigen, dass Depressionen - zumindest in der Therapie - "weiblich" sind. Während für die Männer im dritten Quartal 2001 insgesamt 25.451 Packungen Antidepressiva verordnet wurden, wurde für Frauen in 66.677 Fällen ein derartiges Medikament verschrieben.

Mit höherem Alter öfter depressiv

Die Daten zeigen auch eine deutliche Auffälligkeit bei älteren PatientInnen: Je älter die Betroffenen, desto öfter werden Antidepressiva verschrieben. Den Höhepunkt erreicht die Entwicklung - laut Studie - in der Altersgruppe zwischen 81 und 90 Jahren: Rund 25 Prozent der Frauen und nur ein knapp geringerer Prozentsatz der Männer dieser Altersgruppe bekommen pharmazeutische Hilfe bei Depressionen.

Klar zeigt die Studie auch einen Zusammenhang zwischen sozialen Problemen und Depressionen auf: Während von den Beschäftigten durchschnittlich fünf Prozent wegen einer Depression in Behandlung sind, liegt diese Rate bei Arbeitslosen drei Mal so hoch bei rund 15 Prozent. (APA)

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