Autopsie von Marie Trintignant

19. August 2003, 00:49
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Heftige Schlägen ins Gesicht die Todesursache - Rockstar Cantat wird im September in Litauen der Prozess gemacht

Paris - Die französische Schauspielerin Marie Trintignant ist an heftigen Schlägen ins Gesicht gestorben, die sie in der Nacht zum 27. Juli beim Streit mit dem Rockstar Bertrand Cantat erlitt. Wie der Pariser Anwalt der Familie Trintignant, Georges Kiejman, am Donnerstag sagte, ist dies das Ergebnis des Abschlussberichtes, den Gerichtsmediziner nach Trintignants Autopsie vorlegten. Das Ergebnis sei nicht mit Cantats Angaben zu vereinbaren, er habe seine Freundin nur geohrfeigt und diese habe sich bei einem anschließenden unglücklichen Sturz lebensgefährlich verletzt, betonte Kiejman.

Nach Angaben des Anwalts war das Hirnödem, das die Ärzte eines Krankenhauses in Neuilly bei Paris für den Tod Trintignants am 1. August verantwortlich gemacht hatten, die unmittelbare Folge heftiger und wiederholter Schläge und Erschütterungen. Die 41-Jährige habe zudem gebrochene Nasenknochen gehabt; bei einer ersten Notoperation am 27. Juli im litauischen Vilnius aufgenommene Fotos zeigten das Ausmaß der Verletzungen.

Der Autopsiebericht wurde laut Kiejman am Mittwoch zu den Akten der Pariser Untersuchungsrichterin gelegt, die gegen Cantat wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. In Litauen, wo Cantat derzeit in Untersuchungshaft sitzt, werfen die Ankläger dem Sänger und Gitarristen der populären Band Noir Désir Totschlag vor; ihm drohen deswegen 15 Jahre Haft. Trintignants Tod löste in Frankreich eine breite Debatte über Gewalt gegen Frauen aus.

Einer der letzten Filme der Actrice, "Les Marins perdus" der französischen Filmemacherin Claire Devers ("La petite voleuse de Lubin"), wurde am Mittwoch im Wettbewerbsprogramm der 56. Internationalen Filmfestspiele von Locarno präsentiert. Im Mittelpunkt des Films nach einem Roman von Jean-Claude Izzo stehen drei Matrosen und zwei Frauenfiguren.

Mit größter Wahrscheinlichkeit wird Cantat in Litauen vor Gericht gehen. Die litauischen Behörden verlängerten Cantats Untersuchungshaft in Vilnius bis zum 15. Oktober. Dem Antrag auf Entlassung gegen die Bezahlung einer Kaution wurde nicht stattgegeben. Der Prozess könnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits im September stattfinden, wenn Paris bis dahin den Autopsiebericht an Vilnius übermittelt. (APA)

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    Bertrand Cantat

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    Marie Trintignant kurz vor ihrem Tod am Set der TV-Serie 'Colette' in Vilnius

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