Indonesiens Präsidentin beklagt Mängel bei Terrorismus-Bekämpfung

10. August 2003, 15:44
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Erste Stellungnahme nach Anschlag in Jakarta - ASEAN müsse sich zu "vollwertigen Sicherheitsgemeinschaft" entwickeln

Jakarta - Die indonesische Präsidentin Megawati Sukarnoputri hat in ihrer ersten öffentlichen Stellungnahme nach dem Bombenanschlag auf das Marriott-Hotel in Jakarta eine engere Zusammenarbeit der Regierungen der Region bei der Terrorismus-Bekämpfung gefordert. Dieser Anschlag habe gezeigt, dass die internationalen Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus derzeit ungenügend seien und die Kooperation in Südostasien noch Mängel aufweise, sagte die Präsidentin am Freitag bei einer Konferenz anlässlich des 36. Jahrestages der Gründung der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (ASEAN).

Sicherheitsgemeinschaft

Kein Land und keine Ländergruppe könne für sich allein mit der Bedrohung fertig werden, wie sie der internationale Terrorismus darstelle, betonte Megawati. Sie forderte, die Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (ASEAN) müsse sich von einer reinen Wirtschaftsgemeinschaft zu einer "vollwertigen Sicherheitsgemeinschaft" entwickeln.

Gerichtsverfahren

Bei dem Anschlag in Jakarta waren am Dienstag zehn Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden. Zu dem Anschlag hat sich einem Zeitungsbericht zufolge die radikal-islamische Jeemah Islamiah bekannt. Die indonesische Polizei sieht die islamistischen Terrorgruppe "Jemaah Islamiyah" hinter dem verheerenden Anschlag. Diese Gruppe soll auch Verbindungen zur Al Kaida des Moslem-Extremisten Osama bin Laden haben, den die USA für die Anschläge am 11. September 2001 verantwortlich machen.

Zu den Verfahren gegen 38 militante Moslems, denen in Zusammenhang mit den Anschlägen auf Bali der Prozess gemacht wird, äußerte sich die indonesische Präsidentin nicht. Am Donnerstag hatte ein Gericht den ersten Angeklagten wegen der Anschläge, bei denen im Oktober 202 Menschen starben, zum Tode verurteilt.(APA/Reuters/AP)

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